Der Hürdenläufer Matthias Bühler hat sich über die miese Sportförderung in Deutschland beschwert. Tatsächlich ist es ziemlich schwierig, vom Sport leben zu können.

Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in London hat es Matthias Bühler nicht geschafft: Das Finale über 110-Meter-Hürden hat er eindeutig verpasst. Entsprechend unzufrieden war der Sportler nach seinem Lauf und machte einen Rundumschlag gegen die Sportförderung. Kurz: Er bekomme zu wenig Geld für seinen Sport.

Pro Jahr verdient Bühler circa 15.000 bis 20.000 Euro. Millionär will er nicht werden, aber er sagt, er bräuchte 30.000 Euro um halbwegs über die Runden zu kommen. Das wären brutto 2500 Euro im Monat. 

Sein Einkommen kommt zerstückelt aus verschiedenen Quellen: Bühler bekommt im Monat 300 Euro von der Deutschen Sporthilfe, er bekommt Geld von seinem Verein Eintracht Frankfurt und schließlich gewinnt er Preisgelder. Wenn es gut läuft. Er sagt: Ohne Hilfe seiner Eltern würde das gar nicht funktionieren. Matthias Bühler ist 30 Jahre alt.

Hätte er bei der Weltmeisterschaft in London gewonnen, hätte er 60.000 Dollar kassiert. "Wenn man ein absoluter Top-Athlet ist, der bei diesen Events immer ganz vorne mit dabei ist, dann kann schon einiges zusammenkommen", sagt Bastian Rudde aus der Deutschlandfunk-Sportredaktion. 

Matthias Bühler ist aber keiner der internationalen Top-3-Spitzensportler im Hürdenlauf. Auch als einziger Deutscher Hürdensprinter, der es zur WM geschafft hat, bekommt er keine zusätzliche finanzielle Anerkennung.

Komm zum Militär! Mach Sport!

Die Sportförderung in Deutschland ist ein Flickenteppich. Es kann Geld von der Sporthilfe geben, von privaten Sponsoren und von den Verbänden. Ganz wichtig sind außerdem: der Zoll, die Bundespolizei und vor allem die Bundeswehr. 750 Stellen sind beim Militär für Sportler vorgesehen.

"Da kommt natürlich das Gewissen mit rein: Will man Soldat werden, nur damit man Sport machen kann."
Bastian Rudde, Deutschlandfunk-Sportredaktion

An der Situation dürfte sich mittelfristig nichts ändern. "Es gibt sogar die Bewegung dahin, dass sich die Sporthilfe auf weniger Sportler konzentriert", sagt Bastian Rudde von der Deutschlandfunk-Sportredaktion. Weniger ist mehr, ist dann das Motto. Bisher fördert die Sporthilfe 4000 Sportler.