Beim Sprechen in deutscher und englischer Sprache befördern wir mehr Tröpfchen nach außen als etwa bei Italienisch. Bestimmte Laute und die Sprechspannung sind Schuld.

Tröpfcheninfektion, die Übertragung von Mensch zu Mensch, ist vermutlich der häufigste Übertragungsweg von Sars-CoV-2. Die Ansteckungsgefahr steigt mit der Sprechweise und Zischlauten, das zeigen jüngere Untersuchungen - beispielsweise hier und hier.

In manche Sprachen wird mehr gezischt und mehr gespuckt als in anderen. Potenziell infizierender als andere Sprachen sind deshalb Deutsch und Englisch.

Dabei kommt es vor allem auf zwei Kriterien an:

  • Wie viele Plosive, Zischlaute und Konsonanten- ballungen eine Sprache enthält
  • Mit welcher Sprechspannung in der Regel gesprochen wird

Deutsch = Konsonantensprache

Sowohl im Englisch als auch im Deutschen sind die plosiven und Zischlaute stark vertreten, etwa P-, T- und im Englisch die TH-Laute.

Im Deutschen sind dazu in manchen Wörtern viele Konsonanten aneinandergereiht, etwa bei "Zwetschgenzweig" oder "Herbststrauß" oder "herrschen" in der zweiten Person Singular: "du herrschst".

"Englisch gehört tatsächlich zu den Sprachen, die mehr Viren schleudern könnten. Nicht nur aufgrund des TH - also insgesamt gefährlich sind eben diese Zischlaute."
Alexandra Ebel, Sprechwissenschaftlerin, Universität Halle-Wittenberg

Grundsätzlich lasse sich die Sprechspannung bewusst reduzieren. Harte P-Laute könnten als weichere B-Laute gesprochen werden, sagt Alexandra Ebel, Sprechwissenschaftlerin an der Universität Halle-Wittenberg. Sie findet allerdings, das könne auch im Dienste des Infektionsschutzes von niemandem erwartet werden.

Mehr Sprechspannung, mehr Spucke

Für relativ risikoarm hält Alexandra Ebel Dänisch, Arabisch, Französisch und Italienisch. Das Dänische gelte als relativ weich, im Italienischen wird vieles verschliffen und gebunden, und auch das Arabische habe generell eher eine geringe Sprechspannung.

"Aber die haben alle nicht so stark aspirierte und nicht so stark gespannte Konsonanten wie jetzt zum Beispiel Deutsch oder Englisch."
Alexandra Ebel, Sprechwissenschaftlerin, Universität Halle-Wittenberg