Sie war 2011 Jugendweltmeisterin, ihrer Leichtathletik-Karriere stand nichts im Weg. Dann wurde Desiree schwanger. Jetzt will sie bei den deutschen Meisterschaften an ihre Karriere anknüpfen.

Die 1994 geborene Athletin tritt wieder bei Wettkämpfen an. Mit Desiree Singh fiebern aber nicht nur Trainer und Angehörige, sondern auch ihre rund zwei Jahre alte Tochter Emma. Kurz nach dem Weltmeistertitel in der U18 wurde die Stabhochspringerin schwanger. Viele rieten Desiree zu einem Schwangerschaftsabbruch, um die Karriere nicht zu gefährden. Doch sie entschied sich für Emma.

"Der Sport ist mir unglaublich wichtig, aber natürlich ist er mit der Schwangerschaft und vor allem mit Emmas Geburt an die zweite Stelle gerückt. Das ist klar, Emma ist für mich natürlich die Nummer eins. ich finde es aber ganz gut, dass ich alles kombinieren kann, dass ich beidem gerecht werde."
Desiree Singh, Stabhochspringerin

Die knapp Zwanzigjährige beißt sich durch: Schon vier Monate nach der Entbindung beginnt Desiree wieder mit dem Training und nimmt an ersten Wettkämpfen teil. Wenn sie nicht trainiert, büffelt sie für die Schule, nächstes Jahr steht die Abiturprüfung an. Deshalb nutzt Desiree jede freie Minute, um sich um Emma zu kümmern.

Hochleistungssportlerin und alleinerziehende Mutter

Hochleistungssport, Schule und alleinerziehende Mutter - das klappt nur, weil sie von allen Seiten große Unterstützung erfährt. Die Schule kommt ihr entgegen, ihr Trainer steht voll hinter ihr und finanziell wird sie von der Deutschen Sporthilfe und einem privaten Sponsor unterstützt. Jetzt tritt sie bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Ulm an. Derzeit rangiert sie auf Platz neun der Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.