Görlitz bietet 150 Menschen eine Probe-, Wohn- und -Arbeitszeit von je vier Wochen an. Die Bewohner auf Probe sollen sich überlegen können, ob sie nach Görlitz ziehen möchten. Das Projekt startet Anfang 2019. Attraktiv soll Görlitz vor allem für Leute aus der Kreativwirtschaft werden. 

Görlitz liegt dicht an der polnischen Grenze und ist damit die östlichste Stadt Deutschlands. Nach der Wende hat die Stadt massiv an Einwohnern verloren: Die Einwohnerzahl sank von 80.000 auf 55.000 Menschen. Vor allem junge Menschen sind weggezogen. Mit den Görlitzer Probewochen sollen neue, junge Bürger gelockt werden.

Die 150 Menschen, die sich gemeldet hätten, seien jung und suchten vor allem nach einem neuen Arbeitsplatz und einem neuen Arbeitsumfeld, sagt Hartmut Wilke, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung in Görlitz. Darüber hinaus interessierten sich die Bewerber vor allem für eine Alternative zum Leben in der Großstadt. Bisher lebten die Bewerber im gesamten Bundesgebiet, aber auch im Ausland. Menschen aus der Ukraine, aus Griechenland oder den USA seien darunter. 

Görlitz ist was für die, die keine Großstadt wollen

Görlitz sei sehr vital und biete aber dennoch ein überschaubares Leben. Hinzu kämen die im Vergleich zu einer Großstadt günstigen Mieten. Und das sei etwas, das bei den Bewerbern offensichtlich auf großes Interesse stoße. Denn von den 150 Bewerbern lebten 103 aktuell in einer Großstadt. 

"Görlitz ist schön und lebenswert. Das ist vor allem in den letzen Jahren deutlich entwickelt worden."
Hartmut Wilke, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung in Görlitz

Wer den Zuschlag für das Leben auf Probe in Görlitz erhalten hat, habe letzten Endes das Los entschieden, so Harmut Wilke. Dem vorausgegangen sei eine Auswahl, die sich nach der Erfüllung der in der Ausschreibung formulierten Kriterien gerichtet habe. 

Es startet schon am 1. Januar. Dann werden die ersten Görlitztester in eine Gründerzeitvilla in der Innenstadt einziehen. 

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