Mehr als 150 Mal hat Philipp Ripkens schon eine hoffentlich lebensrettende Stammzellenspende übergeben. Um die sensible Fracht sicher ans Ziel zu bringen, muss er auf seinen Reisen manche Hindernisse überwinden.

Die Liste der Länder, die Philip Ripkens allein 2021 bereist hat, ist lang: England, Italien, Griechenland, Türkei, Spanien, Polen, Schweden und Dänemark - und das sind nur die europäischen Länder, die ihm spontan einfallen. Hinzu kommen Reisen in die USA, nach Südamerika und Australien.

Seit etwa elf Jahren ist Philipp Ripkens als Stammzellen-Kurier unterwegs. "Ohne diese Spende würde wahrscheinlich jemand sterbe. Ich als Kurier kann dazu beitragen, dass die Spende sicher ans Ziel kommt."

Sicher Stammzellenspenden zu Patienten bringen

Offiziell macht er das für ein Logistik-Unternehmen, das wiederum von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) beauftragt wird. Die DKMS führt eine Datenbank, in der etwa 11 Millionen Spender und Spenderinnen registriert sind.

Eine Stammzellenspende kann Menschen mit Leukämie (Blutkrebs) helfen. Dafür müssen aber Spender*in und Patient*in zusammenpassen. Dieses Match ist recht selten, weswegen wiederum die langen Reisen notwendig sind.

"Wenn ich an Bord bin, wird geflogen."
Philipp Ripkens, Stammzellen-Kurier

Philipp Ripkens ist früh mit dem Thema Blutkrebs in Berührung gekommen: "Als ich noch ein Junge war, ist das Nachbarskind an Leukämie erkrankt." Eine passende Spende wurde nicht gefunden. "Dieser junge Mensch ist also viel zu früh von uns gegangen", sagt Philipp Ripkens.

Ehrenamtlich Leben retten

Als er dann im Studium von der Möglichkeit erfuhr, als Stammzellen-Kurier zu arbeiten, hat Philipp Ripkens sich beworben. Seitdem ist er regelmäßig unterwegs. Dabei ist die Kurier-Tätigkeit ein Ehrenamt. Für ihn kommt es nicht darauf, an damit Geld zu verdienen. "Ich tue etwas Gutes und das setzt in mir zusätzliche Energie frei."

"Im übertragenen Sinne ist die Box mit der Spende wie mit Handschellen an mich gekettet."
Philipp Ripkens, Stammzellen-Kurier

Die Stammzellen transportiert Philipp Ripkens in einer Kühlbox, die er auf der Reise nicht aus den Augen lässt. Auch auf langen Flügen würde er nicht schlafen, sagt er. Wenn wegen Unwettern Flüge ausfallen oder die Weiterreise schwierig werde, muss er improvisieren. Bislang habe er aber noch jede Spende an den Zielort gebracht, sagt Philipp Ripkens.

Gefühl absoluter Zufriedenheit

Was er erlebt, zeigt er auch immer wieder auf seinem Insta-Account "Fliegend. Leben. Retten." "Die Übergabe der Stammzellen ist jedes Mal ein Gefühl von purem Glück und absoluter Zufriedenheit. Das ist ein Gefühl, das ich aus meinem normalen Leben so eigentlich nicht kenne." Weder Spender*in noch Patient*in bekommt er jedoch dabei zu Gesicht.

Viele Menschen hätten immer noch Angst, eine Spende abzugeben, sagt er. Dabei sei der Aufwand im Fall der Fälle für eine Stammzellenspende vergleichbar mit einer Blutspende. Nur in etwa 10 Prozent aller Fälle ist eine Knochenmarkentnahme per Operation notwendig.

Im Deep Talk spricht Philipp Ripkens mit Sven Preger über lange Reisen ohne Schlaf, wie es ist, mit Stammzellen im Gepäck am Flughafen festzusitzen, und warum ihm dieses Ehrenamt so wichtig ist! Einfach oben auf den Playbutton klicken und das Gespräch anhören.

  • Deep Talk
  • Moderator:  Sven Preger
  • Gesprächspartner:  Philipp Ripkens, Stammzellen-Kurier