Viele Menschen warten sehnsüchtig auf einen ultraschnellen Internet-Anschluss. Mit dem Satellitennetzwerk Starlink will Tesla-Gründer Elon Musk diesen Wunsch erfüllen. Nun ist durchgesickert, was das Ganze kosten soll. Bevor es losgehen kann, gibt es aber schon Kritik an den Plänen.

Egal, ob man in New York City oder abgelegen im Norden Norwegens lebt: Das Satellitennetzwerk Starlink von Elon Musk will jeden Punkt der Erde mit Hochgeschwindigkeitsinternet versorgen. Wann genau der Betrieb offiziell startet, wissen wir noch nicht. Immerhin ist jetzt aber durchgesickert, wie tief entnervte Internet-User wohl in die Tasche werden greifen müssen.

99 US-Dollar soll der Zugang im Monat kosten, hat ein Beta-Tester auf Reddit verkündet. Das wäre deutlich mehr als Standard-DSL-Zugänge kosten. Mit den 99 Dollar ist es außerdem noch nicht getan: Auch eine Satellitenschüssel mit dem schönen Namen "Dishy McFlatface" müssen sich Starlink-Kunden anschaffen. Knapp 600 Dollar inklusive Versand kostet die, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andreas Noll. Ihr Name ist auffälliger als die Schüssel selbst: Sie sieht aus wie eine normale Satellitenschüssel im Kleinformat.

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Im Moment läuft ein Beta-Test, begrenzt auf die USA und Kanada. Im kommenden Jahr sollen auch andere Kontinente dazukommen. Die Tester dürfen mit Download-Raten von 50 bis 150 Mbit rechnen, das ist vergleichbar mit einem aktuellen VDSL-Vertrag. 2021 - wenn noch mehr Starlink-Satelliten im All rotieren - soll sich die Geschwindigkeit allerdings erhöhen.

"Erst" 825 Satelliten im All

Die Anzahl der Satelliten ist genau das Problem. Aktuell hat das System deswegen nämlich noch mit Verbindungsabbrüchen zu kämpfen. Der Hintergrund: Starlink-Satelliten sind keine geostationären Satelliten, die in mehr als 30.000 Kilometern sozusagen über dem Äquator festgepinnt sind. Es sind Satelliten, die immer nur kurz über uns hinwegfliegen. Und wenn gerade kein Satellit in Reichweite ist, dann fällt die Internetverbindung aus.

"Das Problem: Wenn halt gerade mal kein Satellit vorbeifliegt, dann gibt es auch kein Internet. 825 Starlink-Satelliten sind bisher im All, bis zu 30.000 sollen es mal werden."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

825 Satelliten seien bisher im All, bis zu 30.000 sollen es am Ende einmal werden. Diese riesige Zahl sorgt für heftige Kritik von Astronomen. Sie fürchten, dass der dunkle Nachthimmel dadurch stark aufgehellt wird. Außerdem ist da natürlich das Problem des Weltraumschrotts.

Weltraumschrott: Was passiert mit den Satelliten?

Laut Starlink sollen die ausrangierten Satelliten in der Atmosphäre verglühen, doch für Thomas Eversberg vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist das Problem alles andere als gelöst. Er geht von einer durchschnittlichen Lebensdauer von fünf Jahren aus, nach der die Satelliten ausfallen und ersetzt werden müssen.

"In der Raumfahrt wird grundsätzlich eine Lebensdauer angegeben. Da sind fünf Jahre durchaus Standard. Will heißen: Wir rechnen damit, dass diese Satelliten im Mittel nach typischerweise fünf Jahren ausfallen und ersetzt werden müssen."
Thomas Eversberg, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Tatsächlich gibt es lange vor dem offiziellen Starlink-Start bereits die ersten Ausfälle: Neben den Test-Satelliten der Version 0.9 sind auch schon elf Satelliten der aktuellen Generation defekt, berichtet Andreas Noll. Fünf davon sollen in einem bis zwei Jahren abstürzen. Bei den anderen, die sich in einer höheren Umlaufbahn befinden, wird das wohl erst in einem Vierteljahrhundert der Fall sein. Bis dahin geistern sie als Weltraumschrott durchs All.