Im Hardware-Lab in Berlin können Start-ups ihre Produkte ausprobieren: Mit 3D-Druckern und Infrarotkameras können sie hier an ihren Erfindungen herumbasteln. Dabei stehen ihnen auch Experten zur Seite.

Statt einem ganzen Liter nur eine Tasse Wasser für den Tee heiß machen: Das war die Idee hinter Miito, einem Zwischending von Tauchsieder und Wasserkocher. Die beiden Designer Nils Chudy und Jasmina Grase haben Miito entwickelt. Um Wasser kabellos zu erhitzen, stellten sie einen Teller auf eine Induktionsplatte, hielten einen Metallstab hinein und erhitzten so das Wasser.

Ob Miito auch praxistauglich ist, überprüften Chudy und Grase im Berliner Hardware-Lab, einer Erfinderwerkstatt, die zum Coworking-Space Betahaus gehört. Die Werkstatt gibt es seit Ende Januar.

"Wir haben das Hardware-Lab gegründet, weil wir gemerkt haben, dass es immer mehr Start-ups gibt, die nicht nur eine Idee haben, wie man am Computer programmieren kann, sondern die haben meistens auch irgendwas Physikalisches gehabt."
Christoph Fahle, Mitbegründer vom Betahaus
Ein junger Mann vor elektronischen Maschinen.
© Charlotte Gerling|DRadio Wissen
Nils Chudy hat seinen Tauchsieder/Wasserkocher im Hardware-Lab getestet.

Gesponsert wird das Hardware-Lab von einem großen Elektronikfachhandel. Die Start-ups müssen aber trotzdem für die Benutzung zahlen: Ein Platz im Lab kostet 330 Euro. Außerdem müssen die Gründer sich erst mal für die Teilnahme bewerben. Ihre Idee muss plausibel und machbar scheinen, und die Firma muss noch am Anfang stehen - das heißt, sie darf nicht mehr als zehn Mitarbeiter haben.

Selber machen unter Anleitung

Wenn die Gründer alle diese Bedingungen erfüllt haben, können sie im Hardware-Lab an ihrem Produkt herumbasteln. Außer zwei 3D-Druckern gibt es im Hardware-Lab dafür unter anderem eine Infrarotkamera, eine Lötstation und Messgeräte für elektrische Spannung oder Frequenzen. Die angehenden Start-Up-Unternehmer sind aber nicht auf sich allein gestellt: Vier Experten stehen ihnen bei Fragen zur Seite. Sie helfen zum Beispiel bei Problemen mit der Elektronik, beim Industriedesign oder dem 3D-Drucken. Langfristig sollen sich die Start-ups im Hardware-Lab dann auch immer mehr gegenseitig unterstützten.

"Wir wollen zu einer Anlaufstelle werden für eine Community von Hunderten von Hardware-Start-ups, die jungen Start-ups, die gerade neu anfangen, dabei helfen, auf die Beine zu kommen und dass das Wissen geteilt wird."
Christoph Fahle, Mitbegründer vom Betahaus