Die Fenster sind geputzt, der Boden geschrubbt, alle Regale von Staub entfernt, Wäsche gewaschen. Puh, was für ein Knochenjob. Das muss jetzt aber auch reichen - sagen wir für die nächsten drei oder vier Monate. Und mal ehrlich - wäre das wirklich so schlimm?

Ordnung ist ein höchst instabiler Zustand. Meist dauert es keinen Tag und das Chaos schleicht sich leise wieder an. Schon beim ersten Lüften nach dem Großreinemachen schweben unsichtbare kleine Staubpartikel durch das gekippte Fenster in die Wohnung. Irgendwann lassen sie sich irgendwo nieder und irgendwann glitzern sie friedlich im Licht der Sonne. Faszinierend!

"Staub ist eine paradoxe Materie, weil er fliegt, während alles andere zu Boden fällt, und weil er sehr, sehr aktiv ist."
Jens Soentgen erforscht Staub an der Uni Augsburg

In zehn Litern normaler deutscher Großstadtluft stecken bis zu 500 Millionen Staubpartikel. Auch Menschen sind fleißige Staubproduzenten. Pro Sekunde verlieren sie bis zu 30.000 winzige Hautschuppen, Härchen und Flusen. Problematisch sind allerdings nicht die Staubpartikel, die sich unter unserem Bett zu Wollmäusen formen. Die sind viel zu groß, um in unsere Lunge zu gelangen. Problematisch sind die ganz, ganz kleinen Staubpartikel - der Feinstaub.

Anti-Hygiene-Experimente in der eigenen Wohnung

Allerdings haben wir in der Wohnung nur selten ein Feinstaub-Problem. Gefährlich ist das eher draußen auf der Straße. Also die Wohnung einstauben lassen ist schon mal kein Problem. Aber was passiert eigentlich mit den anderen Sachen? Kann man Wäsche zwei Mal tragen? Und wenn ich in der Küche nicht sauber mache? Wie viel Hygiene muss da sein? DRadio-Wissen-Reporter Martin Krinner hat das für euch mal durchgespielt.