Mit Alkohol im Blut schläft es sich gut und die Stechmücken sind uns dann auch egal. Und die fiesen Biester? Die stechen sich in den Rausch.

Tatsächlich könne Stechmücken von unserem Alkoholgehalt im Blut betrunken werden, sagt DRadio-Wissen-Tierexperte Mario Ludwig. Umgerechnet wirkt sich ein Promille Alkohol in unserem Blut in dem kleinen Mückenkörper noch mit 0,1 Promille aus. Aber, sagt Mario Ludwig, eine Mücke kann wesentlich mehr Flüssigkeit im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht zu sich nehmen als wir Menschen. Wissenschaftler haben gemessen, dass Mücken nach einer Blutmahlzeit bei einem Menschen mit einem Promille Alkohol am Ende selbst 0,5 Promille Alkoholgehalt aufweisen. Im Schnitt trinken die Mücken pro Saugvorgang ungefähr 0,005 Milliliter Blut.

Mücken stehen auf Betrunkene

Der Alkohol wirkt sich auf das Nervensystem der Mücken wie bei uns Menschen aus, sie geraten aus dem Gleichgewicht: sie schwanken, torkeln, laufen Zickzack, rückwärts und fallen schlimmstenfalls sogar auf den Rücken.

Auf den Alkoholkick scheinen die Stechmücken zu stehen. Die Malariamücke und der Tigermoskito haben in Laborstudien lieber betrunkene als nüchterne Menschen gestochen. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, erklärt Mario Ludwig, dass wir nicht gestochen werden, wenn wir brav abstinent bleiben. Der ganz persönliche Duftmix aus Milchsäure, Harnsäure, Ammoniak und anderen Stoffwechselprodukten, die sich im Schweiß finden, ziehen die Stechmücken an - egal, ob da noch ein Quäntchen Alkohol mit dabei ist oder nicht.

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