Noch nie seit der Wiedervereinigung waren Lebensmittel in Deutschland so teuer wie jetzt. Die Folge: Wie kaufen weniger.

Die Lebensmittelpreise sind seit Beginn des Krieges rasant angestiegen. Die Deutschen haben laut der Gesellschaft für Konsumforschung vor allem eins getan: verzichtet.

Weniger Konsum, mehr Schnäppchenjagd

Das lässt sich deutlich an den Zahlen erkennen, berichtet ARD-Börsenkorrespondentin Bibiana Barth. Demnach ist im bisherigen Jahresverlauf die Nachfragemenge im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent zurückgegangen.

Im Supermarkt greifen die Deutschen seit dem Anstieg der Preise weniger zu Markenprodukten und vermehrt zu Sonderangeboten und den Eigenmarken der Discounter. Dieser Unterschied macht sich deutlich bemerkbar: Insgesamt wurden im März und April 200 Millionen Euro weniger für Markenprodukte ausgegeben.

"Der Preis für Tomaten ist um fast 40 Prozent gestiegen."
Bibiana Barth, ARD-Börsenkorrespondentin

Vor allem bei Speisefetten- und ölen, wie etwa Sonnenblumenöl, Molkereiprodukten und Gemüse und Obst macht sich die Inflation im Geldbeutel bemerkbar. So ist der Preis für Tomaten im März und April um fast 40 Prozent gestiegen. Insgesamt haben sich die Preise für Lebensmittel um etwa elf Prozent erhöht.

"Langfristig gesehen könnten die gestiegenen Lebensmittelpreise den Bio-Trend wieder verstärken, weil wir uns an hohe Preise gewöhnen."
Bibiana Barth, ARD-Börsenkorrespondentin

Hohe Preise können an manchen Stellen also zu Verzicht führen. Beim Autofahren ist das bisher aber nicht bemerkbar. Laut einer Analyse des Navigationssystem-Herstellers Tomtom ist trotz der hohen Sprit-Preise kaum ein verändertes Fahrverhalten festzustellen.