Er ist jung und im besten Alter, um Vater zu werden. Aber das ist genau das, was Jan Schipmann nicht will. Der 33-Jährige hat sich zur Sterilisation entschlossen. Er will keine Kinder, sie passen nicht in sein Lebensmodell. Sich sterilisieren zu lassen, ist die logische Konsequenz daraus für ihn.

Jan Schipmann denkt schon viele Jahre darüber nach, sich sterilisieren zu lassen. Klar, hat er sich auch die Frage gestellt, ob er sein Leben lang keinen Kinderwunsch haben wird und eventuell später die Sterilisation (Vasektomie) bereut.

Sterilisation: keine Entscheidung von heut auf morgen

Anfang 20 hat er begonnen sich darüber Gedanken zu machen, dass er eigentlich keinen Wunsch verspürt, Kinder zu bekommen. Aber zunächst hat er abgewartet, weil er geglaubt hat, dass er vielleicht mit 30 anders darüber denken könnte. Das ist aber nicht passiert. Heute ist er 33 und fest entschlossen, den Schritt zu machen.

"Die Sterilisation ist eine logische Konsequenz daraus, dass ich absolut keinen Kinderwunsch habe."
Jan Schipmann ist 33 und hat sich zur Sterilisation entschieden

Für Jan war aber auch ziemlich schnell klar, dass nicht seine Partnerin die Verantwortung dafür übernehmen soll, dass er keine Kinder haben möchte. Doch bis er seinen Entschluss letztlich gefasst hatte, hatte er immer Angst, bei der Verhütung könnte etwas schief gehen, er ungewollt Vater werden und sein ganzes Lebensmodell ins Wanken bringen.

"Ich finde es ein absolutes Unding, dass es in Deutschland immer noch normal ist, dass Frauen standardmäßig die Pille nehmen."
Jan Schipmann will keine Kinder

In Kondome setzt Jan nicht das allergrößte Vertrauen, auch wenn er das Verhütungsmittel gegen die Übertragung verschiedener Krankheiten auch nach der Sterilisation für notwendig hält.

Thema Sterilisation aus der Tabu-Zone holen

Sein Umfeld reagierte auf die Nachricht, dass sich Jan sterilisieren lassen möchte, einerseits mit totaler Zustimmung und andererseits mit voller Ablehnung. Für Jan war das der Anlass, eine Youtube-Serie über das Thema zu produzieren und es öffentlich zu machen.

"Ich sehe das Thema Sterilisation im öffentlichen Diskurs als unterrepräsentiert an."
Jan Schipmann macht eine Youtube-Serie zum Thema Sterilisation

Für Jan haben berufliche und kreative Projekte in seinem Leben einen sehr hohen Stellenwert. Dafür braucht er die Freiheit, die er nur ohne Kinder haben kann. Damit er seine Energie auf seine Projekte so konzentrieren und Prioritäten so verschieben kann, wie er es gerne möchte.

"Ich will damit anderen Menschen zeigen, es ist vollkommen okay, ein anderes Lebensmodell zu wählen."
Jan Schipmann macht eine Youtube-Serie zum Thema Sterilisation

Tatsächlich bekommt Jan viele Reaktionen auf seine Video-Serie. Darunter sind auch Frauen, die das positiv sehen, dass er verantwortungsvoll mit dem Thema Kinderkriegen umgehe.

Jan ist überzeugt, wer Kinder bekommt, geht eine Verpflichtung ein, die absolut ist. Das heißt, auch das Leben nach den Wünschen des Kindes auszurichten. Deshalb denkt er, weil er sich darauf nicht einlassen kann, dass die Sterilisation für ihn der richtige Weg ist.