"Rollin' Justin" ist ein Roboter und auf der Erde stationiert, er kann allerdings per Steuerung via ISS schon Stecker einstöpseln. Der intelligente Roboter könnte einmal zur zukünftigen Besatzung der Weltraumstation gehören.

Große Distanzen überwinden gehört zum Tagesgeschäft der Weltraumfahrer. Dieses Mal ging es um den Einsatz von Robotern - gesteuert aus dem Weltall. Neu an diesem Experiment ist, erklärt Astrophysiker Michael Büker, dass Roboter in Zukunft in der Nähe von Menschen und an gemeinsamen Aufgaben arbeiten. Insofern soll diese Robotergeneration als eine Art Arbeitskollege im Weltall fungieren und die Astronauten bei gefährlichen Aufgaben entlasten. 

Das unterscheidet sie von solchen Roboter, die auf dem Mars herumrollen und teils von der Erde aus gesteuert werden und teils autonom arbeiten. 

Volle Konzentration bei dieser Fernbeziehung

Im Mittelpunkt des Tests auf der einen Seite: Rollin' Justin, ein rund 1,90 Meter großer Roboter auf vier Rollen. Als besondere Merkmale hat er sehr lange, ca. drei Meter lange Arme und feinmotorische Hände mit drei Fingern und einem Daumen. Diese benötigt die 200 Kilogramm schwere Maschine, um Reparaturen durchzuführen. Ähnliche Roboter werden sonst als sogenannte Pflegeroboter oder in der Industrie eingesetzt.

Monitore zeigen den Ablauf des Tests
Auf den Monitoren sind die Details des Robotertrainings zu erkennen.

Auf der anderen Seite des Versuchsaufbaus steuert Alexander Gerst an Bord der ISS den Roboter - per iPad. Dieser umständlich anmutende Versuchsaufbau war notwendig, erklärt Michael, da unter realen Bedingungen für die Astronauten getestet werden sollte. Für Gerst hieß das beispielsweise, die Satellitenverbindung und die Positionswechsel der Weltraumstation im Blick zu haben. Zwischendurch befand sich die ISS tatsächlich über München und damit fast in der Nähe des Standorts des Roboters und der Bodencrew im bayrischen Oberpfaffenhofen.

"Gerst stand unter Stress und das gilt grundsätzlich immer für Astronauten auf der Internationalen Raumstation und unter diesen realen Bedingungen musste er einen Test bestehen."
Michael Büker, Astrophysiker

Per Tablet steuerte Gerst den Roboter und ließ ihn eine kleine Reparatur durchführen, inklusive Einstöpseln eines Steckers. Dabei kamen dann auch die feinen Finger zur Geltung, so Michael Büker: "Der Roboter machte dabei leicht wellige Bewegungen. Eine Handbewegung, bei der wir Menschen sagen würden: "Das macht man mit Gefühl". Der intelligente Roboter bekam dabei zwar Anweisungen, führte die Aufgaben aber autonom aus.

Gutes Timing

Der erste Test scheint zumindest geglückt zu sein. Dafür steht der Weltraumroboter auch mit seinem Namen. Als er vor etwa zehn Jahren für eine Messe ausgerollt werden sollte, war das Timing denkbar knapp. Die Fertigstellung gelang nur auf den letzten Drücker, erklärt Michael. Daraus leitet sich auch sein Name ab: "Just in time."