Wie geht's dir? Diese Frage zu beantworten, kann sehr schwierig sein. Denn oft fehlen uns die passenden Worte für unsere Gefühle. Moodtracking kann dabei helfen. Außerdem kann es als eine Art Frühwarnsystem für Stress und Überforderung dienen.
Manchmal wissen wir irgendwie, dass es uns eigentlich nicht gut geht. Doch so richtig benennen können wir das Unwohlsein nicht. Sind wir genervt oder wütend oder einfach übermüdet?
Gefühle in den Kontext einordnen
Stimmungsbarometer helfen dabei, die eigene Stimmung regelmäßig festzuhalten und sich so über die Zeit selbst besser zu verstehen. Darüber, wie wir sogenannte Moodtracker einsetzen können, sprechen Psychologin Main Huong Nguyen und Moderatorin Diane Hielscher in dieser Folge von Achtsam.
"Gefühle verlieren an Schwere, sobald sie benannt werden."
Wer seine Stimmung beobachtet, erkennt Muster. Oft ziemlich schnell, erklärt Main Huong Nguyen: "Schlaf, Zyklus, Kaffee, soziale Kontakte, Termine, Dauerstress oder kleine Lichtblicke – vieles, was sich im Alltag diffus anfühlt, wird plötzlich nachvollziehbar."
Bewertung und Gefühle trennen lernen
Besonders spannend wird es bei dem, was unter der Oberfläche passiert: Wir fühlen nicht nur – wir bewerten auch unsere Gefühle. Beispiel: Wir reagieren sprachlos auf etwas und ärgern uns dann, dass wir "schon wieder" so reagiert haben. Das Ärgern entspringt in dem Fall einer Bewertung. Solche Meta-Emotionen prägen, wie wir mit uns umgehen, ob wir uns ernst nehmen oder innerlich abwerten.
Regelmäßiges Stimmungstracking kann etwas verändern: Es stärkt die Fähigkeit, Emotionen zu differenzieren, Frühwarnsignale wahrzunehmen und rechtzeitig gegenzusteuern. Richtig genutzt ist ein Stimmungsbarometer eine Art Training für die "Emotionsfitness". Es fördert Selbstwahrnehmung, das Gefühl der Selbstwirksamkeit und einen realistischeren, freundlicheren Blick auf das eigene Innenleben – im Alltag genauso wie in herausfordernden Phasen.
Ihr habt Anregungen, Ideen, Themenwünsche? Dann schreibt uns gern unter achtsam@deutschlandfunknova.de
