Dennis Oswald ist auf der Suche nach guten Gewittern. Gut im Sinne von: fotogen. Dafür reist er viel herum und arbeitet akribisch Pläne aus, wann er welches Gewitter wo fotografieren kann.

Das perfekte Gewitter muss kein heftiges sein mit hohen Windgeschwindigkeiten und viel Wasser, das vom Himmel fällt. Das perfekte Gewitter ist in erster Linie fotogen, sagt Dennis Oswald, 36, aus Neuss. Er ist Storm Chaser, Gewitterjäger, außerdem Gewitter- und Landschaftsfotograf. Und ein Gewitter, von dem er möglichst gute Aufnahmen machen kann, erfüllt spezielle Bedingungen:

  • Spezielle, fürs Foto geeignete Wolkenstruktur
  • Hohe Kontraste am Himmel
  • Eine schöne Lichtstimmung
  • Möglichst alleine am Himmel mit guter Sicht für Auge und Kamera
  • Und wenn es ganz gut läuft, strahlt die Morgen- oder Abendsonne das Gewitter an

Das sieht dann zum Beispiel so aus:

Ein Gewitter
© Dennis Oswald

Dennis Oswald reist um die ganze Welt, um möglichst gute Fotos von Gewittern zu machen. Interesse für die Natur und Naturwissenschaft sei schon immer da gewesen, und mit der Familie ist er früher viel gereist. Als die Fotografie dazu kam, fragte er sich: Warum nicht mal ein Gewitter fotografien?

Gute Gewitteraufnahmen überall möglich

Heute läuft das ganze ziemlich professionell. Dennis hat Meteorologie studiert, macht seine eigenen Gewittervorhersagen, weiß, welches Gewitter sich wie wo entwickeln wird, kennt die Orte, von denen aus er gut und sicher fotografieren kann. Außerdem ist er in der Regel mit anderen Strom Chasern im Team unterwegs. Mit ihnen kann er sich absprechen, und für die Sicherheit sei das sowieso wichtig.

Gute Gewitter-Aufnahmen kann man auf der ganzen Welt machen, sagt Dennis. Dieses hier ist zum Beispiel in der Nähe von Neuss in Nordrhein-Westfalen entstanden:

Ein Gewitter
© Dennis Oswald

Der Hotspot für Gewitter-Fotografie ist aber der mittlere Westen der USA. Die klimatische und geografische Lage dort ist ideal für schwere Gewitter, gerade im Frühjahr. Speziell für das Fotografieren kommt hinzu: Das Land ist ganz flach, sodass keine Berge, Erhebungen oder Hochhäuser die Sicht stören. Außerdem würde eine gute Infrastruktur wie Straßen, Unterkünfte und mobiles Internet das Reisen einfach machen, sodass die Konzentration auf dem Fotografien liegen kann.

Dennis reist im Mai (2017) mit anderen wieder in die USA. Er will aber zum Beispiel auch mal nach Argentinien, Australien oder Rumänien.