Verwilderte Katzen vermehren sich unkontrolliert und gehen nicht nur auf Mäusejagd. Vögel und Wildkatzen sind in ihrem Bestand bedroht.

Die Tierschutzorganisation "Aktion Tier" geht bundesweit auf Katzenjagd, kastriert herrenlose und verwilderte Katzen, behandelt sie gegen Krankheiten und lässt sie dann wieder frei. DRadio-Wissen-Reporterin Anja Nehls ist mit den Berliner Katzenfängerinnen Claudia Böhme und Ursula Bauer auf die Pirsch gegangen.

Eine Katze - Millionen von Nachfahren

5000 Katzen werden bundesweit von der Organisation aufgegriffen und behandelt. Aber damit ist die "Katzenflut" nicht in den Griff zu bekommen, sagen die Tierschützer. Eine wichtige Maßnahme wäre, wenn für alle Hauskatzen mit Freigang eine Kastrationspflicht bestehe. Bislang gibt es die Pflicht nur in 270 Städten und Gemeinden. Theoretisch könnte eine Katze, wenn sie zweimal im Jahr wirft, nach zehn Jahren Vorfahrin von Millionen von Katzen sein.

"Deshalb möchten wir, dass die Kommunen eine Kastrationspflicht für Privatkatzen mit Freigang erlassen, das würde und erheblich helfen, weil diese Privatkatzen, die nicht kastriert sind, vor allem die Kater, die decken natürlich dann."
Ursula Bauer, Tierschützerin

Lars Lachmann vom Nabu erklärt, welche Probleme durch die wachsende Straßenkatzenpopulation entstehen: Die verwilderte Hauskatzen stelle eine existentielle Bedrohung für unsere seltenen Wildkatzen dar, da es im Wald immer wieder zu Hybridisierungen beider Arten komme, die letztendlich zum Aussterben der echten Wildkatzen führen könne.

Wilde Katzen bedrohen Vogelwelt

Weil die Straßenkatzen gezwungen seien, ihren Nahrungsbedarf außer über menschliche Abfälle praktisch komplett durch die Jagd auf Kleintiere zu decken, seien sie auch eine Bedrohung für die Vogelwelt. "Wenn es gelänge, die Bestände verwilderter Hauskatzen zu reduzieren, hätte man das Problem sicherlich auf ein erträgliches Maß verringert", sagt der Naturschutzexperte.

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