Sie haben einen gemeinsamen Lebensraum, konkurrieren um jeden Zentimeter Asphalt und lösen ihre Konflikte mit den Fäusten: Auto- und Fahrradfahrer sind verfeindet. Wird es Friedensverhandlungen geben?

Was bislang geschah: Viel. Viel zu viel. Der Piraten-Politiker Steffen Burger hat das Ergebnis seiner letzten Auseinandersetzung mit einem Autofahrer getwittert: aufgerissene Lippe, Hämatome, Kratzer. Ein Autofahrer hat Steffen Burger seiner Meinung nach zu knapp überholt. Er fühlte sich bedrängt und schrie "Ey!". Danach habe der Autorfahrer ihn über eine längere Strecke verfolgt, gehupt und ausgebremst. Dann hielt der Autofahrer an, stieg aus und verprügelte Steffen Burger - krankenhausreif.

Jede Fahrradfahrerin und jeder -fahrer kann von Konflikten mit Autofahrerinnen und -fahrern berichten. Meist wechselt ein und dieselbe Person ständig zwischen der einen und der anderen Rolle hin und her. Der Perspektivenwechsel könnte für mehr Verständnis für einander im Straßenverkehr sorgen, tut es aber nicht. Unter #fahrradalltag schildern Radfahrer ihre Erlebnisse im Straßenverkehr.

Was müsste sich ändern, damit Frieden einkehrt zwischen Auto- und Radfahrern? Die Antwort ist simpel: Beide müssten an ihrem Verhalten im Straßenverkehr arbeiten, gegenseitig Rücksicht nehmen, zuvorkommender, höflicher und achtsamer werden.

Das erschreckende an den Tweets ist, findet Steffen Burger, dass die meisten Radfahrer diese Situationen kennen.

Einige Radfahrer versuchen sich auf der Straße gegen die Autofahrer zu behaupten. Das wird von den Autofahrern wiederum schnell als Provokation aufgefasst.

DRadio-Wissen-Radfahrerin Verena von Keitz hält sich an die Tipps des ADFC:

  • Vorausschauend fahren
  • Alles im Blick haben
  • Klare Handzeichen geben
  • Abstand halten

Verena macht sich außerdem sichtbar, groß und breit in unübersichtlichen Situationen, wie beispielsweise an Stellen, wo Rechtsabbieger ihren Weg kreuzen, und versucht Blickkontakt herzustellen. Und zum Schluss: immer lächeln!