Netflix macht dicht: Der Streamingdienst blockiert seit neuestem Dienste, die es Nutzern ermöglichen, auf Umwegen Filme oder Serien zu gucken, die nicht für ihr Land freigeschaltet sind. Für Deutschland heißt das unter anderem: keine vierte Staffel "House of Cards".

Die vierte Staffel der Netflix-Serie "House of Cards" startet in den USA am 4. März 2016. Für Deutschland liegen die Rechte bei Sky. Bislang hätten findige Nutzer die neue Staffel trotzdem auch in Deutschland gucken können - mithilfe von VPN-Diensten oder Proxy-Serven. Die täuschen Netflix vor, dass der User in einem anderen Land sitzt, in dem die Serie verfügbar ist.

Netflix sperrt den Zugriff über Umwege

Doch damit ist nun offenbar Schluss: Medienberichten zufolge blockiert Netflix seit dem vergangenen Wochenende einige Proxy-Server oder VPN-Dienste, mit denen Ländersperren bisher umgangen werden konnten. Angekündigt hatte das US-Unternehmen diese Maßnahme schon vor einigen Wochen. Eigenen Angaben zufolge reagiert Netflix damit auf den Druck von Rechteinhabern, Filmindustrie und anderen Content-Zulieferern.

"Viele Rechteinhaber verfolgen nach wie vor das umstrittene Vermarktungskonzept, neue Produktionen nicht weltweit gleichzeitig anlaufen zu lassen", erklärt unser Netzautor Michael Gessat, "sondern ihre Lizenzen auf bestimmte regionale Märkte beschränkt zu erteilen." Dadurch übten sie Druck aus auf Netflix und andere Streamingdienste, Proxy-Server und VPN-Dienste zu blockieren und das von ihnen gewünschte Geoblocking durchzusetzen.

"Teilweise schießt Netflix wohl auch übers das Ziel hinaus: Es gibt Berichte aus England, dass da User geblockt werden, obwohl sie im richtigen Land sitzen."
Netzautor Michael Gessat über das neue Geoblocking bei Netflix

Anscheinend gibt es jedoch immer noch kleine Schlupflöcher: Laut Heise.de haben Dienste wie uFlix oder Getflix und Hola bekundet, einen Weg gefunden zu haben, die Geo-Blockade zu umgehen. "Manche User dort im Forum berichten auch, dass es nach wie vor möglich ist, einen US-Server selbst anzumieten und dann darüber zu streamen", berichtet Michael Gessat.

Rechtliche Grauzone

Rechtlich bewegten sich Nutzer mit solchen Aktionen im Graubereich, sagt Michael Gessat: "Es gibt sicher auch legitime Motive für den Gebrauch eines VPN-Dienstes, etwa der Zugang auf das eigene Abo bei einem temporären Auslandsaufenthalt, wenn man Filme in anderen Sprachversionen sehen will oder Sicherheitsgründe."