Manchmal müssen wir Anlauf nehmen und Sachen ein zweites Mal ausprobieren: Zurück zur letzten Beziehung, ins Heimatdorf zurückziehen oder die Gefühle aus dem letzten Corona-Lockdown ein zweites Mal durchleben.

Sich als Teenie frustriert und traurig in die Großstadt träumen, weil im Heimatort nichts los ist und nur zwei Mal am Tag der Bus kommt. So ging es Mirjam, als sie mit vierzehn grüne Haare hatte und dazu eine grüne Plastikhose getragen hat. Nach dem Abi ist sie schnell in eine größere Stadt gezogen und konnte sich eigentlich gar nicht vorstellen, noch mal zurückzugehen.

Doch als ihr Vater vor ein paar Jahren eine Krebsdiagnose bekommt, will sie der Familie nah sein und zieht zurück in das hessische 1000-Seelen-Örtchen. Sie wird sogar Lehrerin an ihrer alten Schule: "Am Anfang war es verstörend." In ihrem Kollegium sind zu Beginn nämlich noch Menschen, die Mirjam in ihrer Schulzeit unterrichtet haben.

"Als ich mich darauf eingelassen hatte, habe ich auf einmal all die schönen Dinge gesehen."
Mirjam, ist ihren Heimatort zurückgezogen

Es dauert zwei Jahre, bis Mirjam sich wirklich eingelebt hat und auch die Vorteile ihrer neuen alten Heimat sieht: Natur, Wälder und Ruhe. Inzwischen ist sie sehr glücklich, dass sie zurückgezogen ist. Allen Menschen, die das Gleiche vorhaben, rät sie: "Ganz wichtig ist die innere Einstellung – möchte ich, dass es klappt oder nicht?"nzwischen ist sie sehr glücklich, dass sie zurückgezogen ist. Allen Menschen, die das Gleiche vorhaben, rät sie: "Ganz wichtig ist die innere Einstellung – möchte ich, dass es klappt oder nicht?"

Alle guten Dinge sind drei?

Er sei kein Unternehmer, sondern mit vollem Herzen Gamedesigner und Spieleentwickler: Es ist vier Jahre her, seit Helmuts erste Firma Insolvenz anmelden musste. Damals hat ihn das ganz schön kalt erwischt: "Wir haben Tag und Nacht versucht, die Firma zu retten." Denn obwohl Budget und Zeitplan der Gamesfirma gestimmt haben, ist der Hauptinvestor abgesprungen.

"Ich nehme meine professionelle Karriere nicht mehr ganz so wichtig, es gibt andere Dinge, die wichtiger sind: Familie, Gesundheit oder meine Tochter."
Helmut, musste mit zwei Firmen Insolvenz anmelden

In den Monaten darauf zweifelt Helmut an seinen Fähigkeiten, doch nach kurzer Zeit rappelt er sich wieder auf. "Viele Leute haben gefragt, was ich als Nächstes mache – daraus habe ich Mut gezogen." Kurz darauf gründet er eine weitere Firma, die es inzwischen leider auch nicht mehr gibt.

Doch nach der zweiten Insolvenz klappt es, seit Anfang des Jahres ist er Geschäftsführer einer neuen Firma: "So lange ich machen kann, was ich liebe, ist alles in Ordnung."

Aufgewärmte Beziehungen halten fast nie

Kaum sind wir getrennt, haben viele von uns die Trennungsgründe schon wieder vergessen und wollen einfach nur zurück. Paartherapeut Eric Hegmann ist allerdings davon überzeugt, dass Beziehungen aus guten Gründen zu Ende gehen.

"Man sollte nicht zu früh aufgeben, aber wenn Schluss ist, muss auch Schluss sein. Trennungsgründe ändern sich nicht in vier Wochen."
Eric Hegmann, Paartherapeut

Wenn wir Dinge zwei Mal machen...

  • Zurück zur Ex-Beziehung klingt nach einem Klischee, aber tatsächlich will jeder dritte deutschsprachige Single die alte Partnerin oder den Partner zurück. Das hat eine Umfrage der Partnervermittlung eDarling 2016 ergeben.
  • In der Schule hatten die ein oder anderen unter uns das Vergnügen, eine Klasse zwei Mal machen zu müssen. Laut Statistischem Bundesamt sind im Jahr 2019/2020 nur 2,3 Prozent aller Schülerinnen und Schüler sitzen geblieben. Die meisten Leute bleiben in Bayern, die wenigsten in Berlin sitzen. Expertinnen und Experten sind sich weiterhin uneinig, ob diese Maßnahme sinnvoll ist.
  • Ab dem 2. November geht Deutschland in der Corona-Zeit zum zweiten Mal in einen Lockdown. Das ist für viele Menschen ein bedrückendes Gefühl, aber einige ziehen auch ein positives Fazit: 76 Prozent der Millennials sagen zum Beispiel, dass sie durch die Pandemie Maßnahmen ergriffen haben, um ihr eigenes Leben zu verbessern.
  • Obwohl manche Dorfkinder nach dem Schulabschluss nicht schnell genug in die
    Großstadt ziehen konnten, gehen einige von ihnen auch wieder zurück: Aktuell wandern mehr Leute von der Stadt aufs Land als andersherum. Gründe sind zum Beispiel die steigenden Immobilienpreise und der knappe Wohnraum.