Post, Lokführer, Piloten: Wer streikt eigentlich schon wie lange und mit wie vielen Leuten? Um den Überblick zu behalten, spielen wir Streik-Quartett.

Unsere Reporterin Änne Seidel hat sich einige aktuelle Tarifauseinandersetzungen einmal genauer angeschaut, miteinander verglichen und daraus ein Streik-Quartett gebastelt. Die Kategorien:

  • Dauer des Tarifkonflikts
  • Streiktage
  • Maximale Anzahl der Streikenden pro Tag
  • Kosten für den Arbeitgeber
  • Nerv-Faktor*
    (*ermittelt durch eine nicht-repräsentative Umfrage in der Redaktion)
Streik-Quartett
© DRadio Wissen
Der Bahnstreik: Unschlagbar, was die Kosten für den Arbeitgeber angeht...

Erste Kategorie: Kosten für den Arbeitgeber

Im Studio fordert Änne unsere Moderatorin Marlis Schaum heraus. Erste Kategorie: Kosten für den Arbeitgeber - seit Beginn der Tarifauseinandersetzung.

  • Marlis zieht die Piloten-Streikkarte: 320 Millionen Euro
  • Änne zieht die Lokführer-Streikkarte: 500 Millionen Euro

Damit stechen die Lokführer die Piloten ziemlich deutlich aus und Änne gewinnt die erste Runde. Glück gehabt, denn mit der Streikkarte hätte sie den Kürzeren gezogen. Während bei allen anderen Streiks für die Unternehmen oft ziemlich hohe Kosten anfallen, weil sie zum Beispiel Entschädigungen zahlen müssen, die Kosten für Umbuchungen tragen müssen oder Gewinnausfall in Kauf nehmen müssen, sieht es beim Kita-Streik etwas anders aus: Die Eltern mussten meistens weiter Kita-Beiträge zahlen, die Gehälter der streikenden Erzieher wurden aber von der Streikkasse der Gewerkschaft übernommen. "Daher dürfte durch den Streik sogar eher mehr Geld in den Kassen der meisten Kommunen sein", sagt Änne.

"Bei den Kita-Streiks fielen für die kommunalen Arbeitgeber keine Kosten an - weil die Eltern die Kita-Beträge meist weiter zahlen mussten. Eine Ausnahme!"
Reporterin Änne Seidel über die Streik-Quartett-Kategorie "Kosten für den Arbeitgeber"
Streik-Quartett
© DRadio Wissen
Bei der Anzahl der Streikenden pro Tag sticht der Kita-Streik den Poststreik locker aus.

In der zweiten Runde geht es um die Kategorie "Anzahl der Streikenden pro Tag":

  • Marlis zieht die Kita-Streikkarte: 50.000 Streikende/Tag
  • Änne zieht die Post-Streikkarte: 32.000 Streikende/Tag

Damit steht es nun 1:1 und die dritte und letzte Runde entscheidet: der "Nervfaktor".

  • Marlis zieht die Lokführer-Streikkarte: Nervfaktor 8 (von 10)
  • Änne zieht die Post-Streikkarte: Nervfaktor 5
Moderatorin Marlis Schaum gewinnt also unser DRadio-Wissen-Streikquartett. Herzlichen Glückwunsch! Vielleicht sollten wir uns die Idee patentieren lassen?