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Australien bestellt U-Boote bei Frankreich, kauft sie dann aber in Großbritannien und den USA. Warum das so schwer wiegt: Weil es um eine große strategische Partnerschaft im indo-pazifischen Raum geht.

Die Atmosphäre zwischen Frankreich, Großbritannien, Australien und den USA ist angespannt. Auslöser des Streits ist der geplatzte Verkauf französischer U-Boote an Australien. Die U-Boote kauft Australien stattdessen in Nordamerika und Großbritannien. Frankreich und die EU-Staaten sind verärgert. Die Stimmung auf der Uno-Generalversammlung in New York ist angespannt.

Außenminister Heiko Maas sagt, er könne Frankreich verstehen: "Das, was dort entschieden worden ist, und die Art und Weise, wie diese Entscheidung zustande gekommen ist, ist irritierend."

Seine Handelspartner kann sich Australien selbst aussuchen

Claudia Major, Forscherin von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin, sagt: Australien kann sich die Handelspartner grundsätzlich selbst aussuchen. Nur: "Es geht nicht nur um die zwölf U-Boote, die Australien bei Frankreich bestellt hat. Frankreich und Australien arbeiten seit Jahren an einer größeren strategisch-politischen Partnerschaft." Und nun entstehe der Eindruck, dass hinter dem Rücken Frankreichs Großbritannien, die USA und Australien diese Partnerschaft abgewickelt haben.

Frankreich müsse deshalb gerade ein Gefühl des Verrats erleben, weil verbündete Nato-Staaten ihnen in den Rücken gefallen sind.

Eigene Sicherheit hat Vorrang

Claudia Major kann die Entscheidung Australiens aber durchaus nachvollziehen - Australien sieht sich durch die USA und Großbritannien besser geschützt.

Der Deal zwischen Australien und Frankreich zum Kauf der Unterwasserboote stand seit langem fest. In der Auseinandersetzung gehe es vor allem um die Umstände, sagt Claudia Major. Noch Ende August gab es Treffen in Paris zwischen Vertretern der Länder.

"Bei dem Treffen in Paris haben Frankreich und Australien ihre enge Partnerschaft unterstrichen. Der Deal war zu der Zeit längst verabschiedet. Australien und die USA haben es geschafft, der EU vor den Kopf zu stoßen"
Claudia Major, Forscherin der Stiftung Wissenschaft und Politik

Claudia Major ist überzeugt, dass die EU trotz des Austritts Großbritanniens ein wichtiger Player im indo-pazifischen Raum bleibt. Zwar sei die EU im militärischen Bereich nicht stark, auf wirtschaftlicher Ebene dagegen schon.

Wenn westliche Demokratien ihr Lebensmodell verteidigen wollen gegen China, dann sollten sie es zusammen machen, sagt Major. Die Lösung für die aktuellen Auseinandersetzungen sieht die Expertin daher in Verhandlungen und Gesprächen, die zerstörtes Vertrauen aufbauen.