Stadtbewohner zeigen zunehmend weniger Verständnis für Clubs und Konzerte. Brauchen wir spezielle Kulturgebiete?

Olaf Möller hat es noch nie gemacht. Obwohl er mitten in Berlin lebt und es nachts immer mal lauter wird, weil betrunkene Leute durch Straße wanken oder vor dem Club Schlange stehen, hat er sich noch nie beschwert, dass es zu laut ist.

"Wenn man in einer Großstadt lebt, muss man doch damit rechnen", findet er. Dass er so offen ist, wundert nicht: er hatte mal einen Techno-Club, ist nun Event-Veranstalter und Vorsitzender der Clubkommission in Berlin, die Interessen der Clubbetreiber vertritt. 

"Immer mehr Leute beschweren sich über zu laute Konzerte oder Clubs. Städte werden immer dichter, das ist problematisch."

Viele Leute wollen lieber in Großstädten leben als auf dem Land. Dadurch werden Städte wie Köln, Berlin, Hamburg und München immer dichter. Zwischen ruhebedürftigen Eltern und lautem Partyvolk ergeben sich Konflikte - auf den Straßen und Plätzen, wo viele Kneipen sind, aber auch in heterogenen Hausgemeinschaften.

Die Berliner Clubkomission und der Dachverband, die LiveKomm, sehen deshalb die Kultur in den deutschen Städten in Gefahr. Um das zu ändern, ist Olaf Möller als Mediator unterwegs.

Brauchen wir Kulturgebiete?

Wichtig ist dabei, dass sich Olaf zuerst alleine mit dem Anwohner, der sich beschwert hat, trifft und dann mit dem Clubbetreiber. Manchmal stellt sich heraus, dass die Glasscherben auf dem Bürgersteig überhaupt nichts mit dem Club zu tun haben. Solche Gespräche können die Situation beruhigen. Die LiveKomm hat trotzdem konkrete Forderungen formuliert:

  • Kulturgebiete einführen, in der die Nachtruhe nicht schon um 22 Uhr beginnt
  • Investoren, die neue Wohnungen in die Nähe eines Clubs oder Konzertortes bauen, müssen den Erhalt dieser schützen 
  • Wenn sich Anwohner beschweren, sollte im Inneren ihrer Wohnung bei geschlossenem Fenster der Emissionswert gemessen werden und nicht wie bisher außerhalb