Bei Facebook geistert gerade ein Strichmännchen umher. Bill heißt es und hat meistens eine Strickmütze auf. Who the fuck is Bill?

"Be like Bill" heißt eine Cartoon-Reihe bei Facebook, die uns zeigt - oder zeigen möchte - was cool ist und was nicht:

  • Bill spielt Candy Crush, schickt aber keinem eine Einladung
  • Bill is(s)t vegan, erzählt es aber nicht sofort jedem
  • Bill hasst es, wenn Menschen auf Facebook posten, dass morgen Montag ist oder das Wochenende beginnt
  • Bill sieht, dass es regnet - postet das aber nicht

Der Spaß fängt immer gleich an: This is Bill. Und endet immer gleich: Be like Bill.

"Bill ist eine Art Spiegel und gibt Tipps fürs Verhalten im Netz."
Donya Farahani, DRadio Wissen

Offenbar ist Bill beliebt: Er hat über 1,4 Millionen Likes bei Facebook. Inzwischen gibt es auch Ableger aus anderen Ländern:

  • Der arabische Bill heißt Bilal
  • In Malaysia heißt er Rashid
  • Der spanische heißt José
  • Der israelische Yosef

Und: Bill gibt’s auch als Frau: Emily.

Woher kommen Bill & Emily?

Hinter der Facebook-Seite soll ein Mann stecken, der in Mailand lebt, schreibt die BBC. Er zeichnet die Cartoons mit einer Kollegin. Im Interview mit der BBC erklärt er das Motto: Jeder, der klug ist, Menschenverstand besitzt und andere nicht langweilt, kann Bill sein. Das Ganze soll Spaß machen.

Und: Jeder kann mitmachen. Es gibt mittlerweile einen Meme-Generator zu Bill - da kann sich jeder seinen eigenen Bill kreieren. Unser Moderator Till Haase hat sich auch daran versucht.

Wir kennen das Netz. Wo Bill ist, ist der Anti-Bill nicht weit...

“Kill Bill”

"Don’t be Bill" oder "Don’t be like Bill" ist aber noch eine sehr kleine Gruppe mit nur ein paar Hundert Likes bei Facebook. Dort wird Bill vorgeworfen, den Menschen seinen Willen aufzuzwingen, sie zu kontrollieren. Da heißt es dann: "Kill Bill".

Es gibt inzwischen auch eine arabische Facebook-Seite, die das Ganze übertragen hat auf Bashar Al Assad, den syrischen Präsidenten: "Don’t be Assad" zeigt ein Strichmännchen, das dem Präsidenten ähnlich sieht, schreibt das Blog Vocativ, das Inhalte daraus übersetzt hat.

"Brian Feldman vom New York Magazin hasst Bill, weil er den schlimmsten Drang in Sozialen Netzwerken repräsentiere: Eine moralische Überlegenheit, das passiv Aggressive."

Bill sei wie zurechtweisende Status-Updates und selbstgefällige Kommentare bei Facebook. Wer wolle schon sein Verhalten in Sozialen Netzwerken von einem Strichmännchen korrigieren lassen.

Wenn Bill nur ein bisschen die aktuelle Diskussionskultur auf Facebook und Twitter in Sachen Flüchtlingen verbessern würde: Das wäre zu schön, um wahr zu sein.
Till Haase, DRadio Wissen

Donya erinnert Bill an "Karl Klammer", den virtuellen Assistenten in Microsoft-Office-Anwendungen.

Bill und Karl

Kaum hat man was gefragt, taucht Karlchen auf und bietet ungefragt seine Hilfe an. Und gibt Tipps. Karl wurde 2010 vom Time Magazine unter die 50 schlechtesten Erfindungen aller Zeiten gewählt. Er hat aber auch einen Eintrag im Lexikon der Internet-Phänomene. Denn Microsoft hat ihn zwar abgeschafft - wenn es um Klugscheißerei geht, wird er immer noch als Meme benutzt.