Die Preise für Strom und Gas steigen. Aber den Anbieter zu wechseln, hilft zurzeit wenig. Neukund*innen zahlen meist deutlich mehr als Bestandskund*innen. Hinzu kommt, dass manche Billiganbieter kurzfristig Verträge kündigen: betroffen sind rund eine Million Verträge. Die Bundesregierung will Verbraucher*innen besser schützen.

Wie genau der Schutz aussehen kann, steht im Detail noch nicht fest, so Jörg Münchenberg aus dem Dlf-Hauptstadtstudio. Aber die Richtung sei erkennbar.

Zuständig für das Thema sind der Grünen-Politiker Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, und Steffi Lemke. Die Grünen-Politikerin ist unter anderem für den Verbraucherschutz zuständig.

Einheitstarife - keine kurzfristigen Kündigungen

Habeck und Lemke nennen zwei "Stellschrauben", so Jörg, um Gas- und Stromkund*innen besser zu schützen:

  • Versorger sollen früher als bislang ihren Kund*innen mitteilen, dass sie einen Vertrag aufkündigen werden. Das soll ein paar Monate vor der Kündigung passieren. Damit die Kund*innen genug Zeit haben, sich einen neuen Anbieter zu suchen.
  • Zurzeit zahlen Kund*innen, die schon länger bei einem Versorger sind, niedrigere Tarife als Kund*innen, die neu dazu kommen. "Diese Spreizung der Tarife will man aufheben," sagt Jörg. Es soll dann einen Einheitstarif geben, der für Neu- und Bestandskund*innen gilt.

Kritik auch an Billiganbietern

Es gibt aber auch Kritik am Geschäftsmodell der Billiganbieter: Denn diese hätten auf sinkende Strompreise gesetzt und keine langfristigen Verträge abgeschlossen, so unser Korrespondent. Jetzt müssten sie teuren Strom bzw. Gas einkaufen, weil die Preise sind eben nicht gefallen, sondern erheblich gestiegen sind.

"Billiganbieter haben darauf spekuliert, dass die Strompreise sinken."
Jörg Münchenberg, Dlf-Hauptstadtstudio

Aus diesem Grunde haben Billiganbieter ihren Kund*innen kurzfristig die Verträge gekündigt. Die betroffenen Haushalte fallen in die Grundversorgung und müssen teils sehr teure neue Verträge abschließen.

Nun gibt es Forderungen, dass die Bundesnetzagentur sich solche Billiganbieter genauer anschauen soll. Zum Beispiel, ob genug Eigenkapital da ist, um Gas und Strom auch dann einkaufen zu können, wenn die Preise oben sind.

Unterstützung für Haushalte mit wenig Einkommen

Die steigenden Gas- und Strompreise sind vor allem für die Haushalte ein Problem, die über wenig Einkommen verfügen oder in der Grundsicherung sind. "Es wird diskutiert, dass zum Beispiel der Wohngeldzuschuss für Hartz-Empfänger erhöht werden soll", sagt Jörg. Aber auch hier gilt, dass Details bisher noch unklar sind. Hinzu kommt, dass Sozialverbände warnen, Haushalte mit wenig Einkommen zu vergessen, die nicht in der Grundsicherung sind. "Auch diese müssten eigentlich Zuschüsse vom Staat bekommen", sagt Jörg.

Und dann gibt es noch ein ganz anderes Problem. Denn langfristig sollen Haushalte sparsam(er) und sorgsam(er) Energie nutzen - mit Blick auf die Klimakrise. Egal, wie viel oder wenig Geld sie haben.