In Trier wohnen in einer Einrichtung für betreutes Wohnen Studierende und Senioren unter einem Dach. Der Deal: Die Studierenden verbringen Zeit mit den Senioren. Dafür müssen sie keine Miete zahlen.

Mietfrei wohnen gegen Zeit – das ist das Konzept der "Residenz am Zuckerberg", einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Trier. Konkret heißt das: Studierende, die Lust haben, können hier wohnen ohne Miete zu zahlen, müssen dafür aber Zeit mit den Seniorinnen und Senioren verbringen. Abgemacht sind 35 Stunden pro Monat.

An der Rezeption liegt eine Mappe, in der sich die Senioren eintragen können, was sie gerne machen möchten oder wofür sie Hilfe brauchen. Das steht zum Beispiel: Marktbesuch, Spielen, Smartphone-Schulung oder Drucker einrichten. "Letztens hat sich einer von uns Instagram einrichten lassen. Das war super süß", erzählt Lara Zimnol, 20 Jahre alt, Studentin.

"Wenn man Hilfe braucht, wenn man einkaufen geht oder Probleme mit dem Handy hat, dann rufe ich an, ob jemand mir helfen kann. Und das klappt dann auch immer."
Barbara Hausen, wohnt in der "Residenz am Zuckerberg"

Lara wohnt mit ihrer Mitbewohnerin in einer der Residenz-Wohnungen. Joshua Ruffing, 23, hat eine Wohnung für sich alleine. Dass links und rechts von ihnen die Senioren im betreuten Wohnen leben, fällt wenig auf, sagen sie. "Der Bereich, in dem wir uns hier bewegen, ist ja kein klassisches Seniorenheim im Sinne von Pflege", sagt Joshua, "Wir wohnen ganz normal als Mieter".

Studenten und Senioren an einem Tisch mit Plätzchen
© Nadine Thielen | Deutschlandfunk Nova
Studierende und Senioren gemeinsam beim Plätzchenbacken in der Residenz am Zuckerberg.

Einen Unterschied gibt es aber eben doch: Die Studierenden, die hier wohnen, können nicht komplett über ihre freie Zeit außerhalb der Uni bestimmen, weil sie immer auch die Bedürfnisse der Senioren mitberücksichtigen müssen, zumindest für 8-9 Stunden pro Woche.

Andererseits: Sieht man das als Studentenjob an (der mit mietfreiem Wohnen bezahlt wird), ist der Unterschied zu anderen Studierenden mit Nebenjob schon nicht mehr so groß.

"Also ich hab schon mal ein paar Freunde eingeladen. Natürlich muss man dann gucken, dass man dann leise ist und die Musik nicht zu laut macht."
Lara Zimnol, Studentin, wohnt in der "Residenz am Zuckerberg"

Davon abgesehen scheint für die Studierenden die Zeit mit den Senioren auch nicht einfach ein Job zu sein. "Davon zu profitieren, dass wir mit älteren Menschen zusammenleben und deren Geschichten hören und deren Erlebnisse teilen zu können, ist einfach unheimlich viel wert", sagt Lara.

Wie sich die Einrichtung das leistet, mehrere Studierende kostenfrei dort wohnen zu lassen, darüber macht sie keine Angaben. Keiner der Bewohner müsse mehr Geld bezahlen, seitdem die Studierenden eingezogen sind.