Füße zuerst oder Kopf? Vom Steg oder vom Fels? Ins Wasser zu springen macht Spaß, kann aber ganz schön gefährlich sein! Forschende haben nun untersucht, wie ihr aus welcher Höhe hüpfen könnt, ohne euch zu verletzen.

Ein Tag am Wasser: Die Sonne scheint, alle sind ausgelassen und eine nach dem anderen springt in unterschiedlichster Pose ins kühlende Nass. Wer schon mal einen richtigen Bauchplatscher gelandet hat, weiß allerdings, dass es auch ganz schön unangenehm sein kann, mit Wucht auf die Wasseroberfläche zu knallen.

Wie also richtig springen, um Verletzungen zu vermeiden? Das wollten US-amerikanische Forschende herausfinden.

Vier Jugendliche springen in einen See.
© picture alliance/dpa | Ronny Hartmann

In einer Studie haben sie mit 3D-Modellen, also Figuren statt echten Menschen, verschiedene Sprungarten simuliert. Die Figuren ließen sie in eine Wassertonne fallen und dokumentierten dabei mit Sensoren und Hochgeschwindigkeitskameras den Aufprall, um zu erkennen, welche Kräfte bei den unterschiedlichen Sprungarten wirken und wie sich das Wasser dabei jeweils verhält.

Das ist unterschiedlich, je nachdem, welche Form aufprallt. Springt man etwa mit den Armen voran, wird das Wasser besser weggeschoben und gleichmäßiger verteilt, taucht zuerst der Kopf ein, kann die Kraft des Wasseraufpralls sehr abrupt wirken.

Sprung ins Wasser: Mit den Füßen oder Armen voran am ungefährlichsten

Und diese Kraft kann ganz schön groß sein. Denn Wasser hat eine Oberflächenspannung, die erst mal durchbrochen werden muss, und es ist träge. Wenn der Körper dann runtergedrückt von der Schwerkraft ins Wasser eintaucht, entsteht zudem ein mit Luft gefüllter Hohlraum, der mit nach unten gezogen wird. All diese Kräfte wirken auf Wirbelsäule, Muskeln und Gewebe ein und müssen abgefedert werden - und dafür gibt es eben Grenzen.

Laut dem Forschungsteam liegen die hier:

  • Mit den Füßen zuerst kann es der Untersuchung zufolge ab 15 Metern Höhe gefährlich werden, also zu ernsthaften Verletzungen kommen.
  • Mit dem Kopf voran und nach vorne gestreckten Armen und Händen kann es ab einer Höhe von 12 Metern Höhe kritisch werden.
  • Wenn der Kopf zuerst aufkommt, ohne dass wir die Hände ausstrecken, dann kann es schon ab acht Metern gefährlich werden.

Diese Ergebnisse können allerdings nur als Richtwerte verstanden werden. Denn die Untersuchung ist ein ziemlich rudimentäres Modell, warnt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ann-Kathrin Horn. Die Verletzungs-Berechnung sei zudem eher eine Vermutung denn eine medizinische Untersuchung. Und Testgröße war nur ein durchschnittlicher Körper von etwa 70 Kilogramm Gewicht und neun Zentimetern Kopfradius.

"Ich würde das nicht als Anleitung oder Freifahrtschein sehen, wann man sich verletzt und wann nicht."
Ann-Kathrin Horn

Nicht zuetzt hat die Studie sich auch nur dafür interessiert, wann wirklich Verletzungen eintreten - Schmerzen möchtet ihr aber beim Springen sicher auch vermeiden. Tipps fürs Springen lassen sich aber dennoch ableiten:

  • Wenn etwas Spitzes zuerst eintaucht, verteilen sich die Kräfte besser. Also: Füße oder Arme und Hände gestreckt voran.
  • Körperspannung hilft dabei, Wasser besser zu verdrängen. Wer gut trainiert ist, schafft auch Sprünge verletzungsfrei von weiter oben.

Und ganz jenseits von Wasserspannung, Körperform oder Trainiertheit gilt sowieso: Vorher immer schön abkühlen und Untergrund und Tiefe gut abschätzen!