Goodbye Zahnseide! Bisher war diese Reinigung zwischen den Zähnen das Mantra aller Zahnärzte. Nun empfiehlt selbst das US-Gesundheitsministerium sie nicht mehr.

"Und regelmäßig Zahnseide benutzen", diesen Rat gibt der Zahnarzt gerne mit. Und wir fühlten uns schlecht, wenn wir es mal wieder nicht hingekriegt haben. Das ist jetzt vorbei. Denn die Studien können nicht nachweisen, dass Zahnseide überhaupt gegen Karies hilft. DRadio-Wissen-Reporterin hat das ganze Mal auseinandergefädelt.

Man kann viel falsch machen

Insgesamt gibt es kaum Studien, die die Wirkung von Zahnseide untersuchen. Und die wenigen, die es gibt, deuten anscheinend darauf hin, dass sie keinen Effekt hat - weder zur Kariesvorsorge, noch zur Vorbeugung von Parodontitis. Das ist jetzt offenbar auch dem US-Gesundheitsministerium aufgegangen, nachdem einige AP-Journalisten hier nachgehakt haben. Mittlerweile hat es die Zahnseide sogar aus den offiziellen Gesundheitsempfehlungen gestrichen.

Das Problem:Theoretisch soll Zahnseide die flachen Plaque-Bakterienbeläge auf den Zähnen entfernen. Weil diese Bakterien Säuren ausscheiden, die die Zahnoberfläche angreifen und Karies verursachen. Nur da kommt die Zahnseide oft gar nicht ran. Denn im Zahnzwischenraum trifft sie auf Zahnoberflächen, die geschwungen sind. So kommt der glatte Faden höchstens punktuell an die Oberfläche der Zähne. Und hinterlässt keinen echten (positiven) Effekt.

Letzte Hoffnung für Zahnseide-Fans

Noch können sich die meisten Zahnärzte nicht von der Zahnseide-Empfehlung trennen und empfehlen sie standardmäßig weiter. Damien Walmsey, wissenschaftliche Berater der britischen Zahnarztvereinigung, sagt aber schon jetzt: "Es ist wichtig, den Leuten zu sagen, dass sie die Basics machen. Zahnseide ist kein Teil der Basics."

Wobei die Zahnseide helfen kann: Essensreste zwischen den Zähnen zu entfernen. Aber auch dabei aufpassen, sonst schneiden wir uns letztlich doch ins eigene (Zahn)-Fleisch mit der Mundhygiene.