Vielleicht will man es einfach glauben: die Schoko-Diät. Und viele haben es geglaubt. Nämlich Brigitte, Bild, RTL. Doch alles war nur ein Fake. Einer der Schwindler ist Peter Onneken.

Jedes Jahr geben wir eine Milliarde Euro für Diätprodukte aus. Ein großer Markt also. Und Studien in dem Bereich sind sehr beliebt. Das Ergebnis einer Studie war besonders überraschend: schlank durch Schokolade.

Das klang alles erst einmal sehr gut. Eine Studie mit wissenschaftlichen Kriterien. Dahinter steckte das Institute of Diet and Health. Und solche Meldungen gehen einfach gut in den Medien - nicht immer nur Flüchtlinge, Krieg, Griechenlandkrise.

"Irgendwann war die Studie in den Medien ein Selbstläufer."

Bild brachte die Meldung auf Seite eins. Brigitte, Focus und RTL folgten. Aber die Nachricht ging auch durch die internationale Presse. Und dabei war alles nur ein Fake. Einer der Schwindler ist der Journalist Peter Onneken. "Unsere Kollegen lieben Geschichten, die schön klingen. Gerade auch am Wochenende. Und wenn man auch noch über das Unheil der Welt sprechen muss." Dieser Fake ist Gegenstand der TV-Dokumentation "Schlank durch Schokolade. Eine Wissenschaftslüge geht um die Welt".

Die Studie selbst arbeitete durchaus mit wissenschaftlichen Kriterien. Die Ergebnisse wurden dann so lange hin- und hergeschoben bis das gewollte Ergebnis feststand: Schokolade macht dünn. Genau das soll das Fake-Projekt deutlich machen: Ernährungsstudien sind oft fragwürdig. Teils beruhen sie auf kleinen Datenmengen - also nur wenige Menschen werden untersucht.

Die Medien waren sehr gutgläubig

Aber Peter und sein Team wollten noch mehr. Es ging auch darum zu zeigen, dass die journalistische Sorgfaltspflicht manchmal fehlt. Zum Beispiel gibt es das angebliche Institut hinter der Studie gar nicht, es wurde lediglich eine Website aufgesetzt. Dort angerufen und nachrecherchiert hat wohl niemand.

Zu sehen ist die Dokumentation "Schlank durch Schokolade. Eine Wissenschaftslüge geht um die Welt" am 5. Juni auf Arte und am 7. Juni beim ZDF.