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Gunnar Oberhösels Leben ist eigentlich auf Kurs: Bachelor, Master... Doch statt Karriere, macht er eine Reise nach Afrika und folgt damit seinem inneren Ruf. Erste Station ist Namibia – aber schnell geht es nach Südafrika, wo er seine Liebe zum Tauchen ausleben kann.

Für Gunnar Oberhösel war es ein Glück, dass seine Eltern mit ihm und seinen drei Geschwistern immer viel gereist sind. Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihm die Reise nach Namibia, als er neun Jahre alt war – das sei ein Riesenabenteuer gewesen.

Viele Jahre später, als er – wie seine Freunde auch – studierte und seinen Master hatte, sollte diese Reise Auslöser für eine Lebensentscheidung werden. Die Aussicht darauf, Karriere zu machen und den ganzen Tag im Büro zu sitzen, fühlte sich falsch an. Gunnar Oberhösel überlegte zu verreisen und seine Mutter schob ihm einen Zettel unter der Türe durch. Es war die Anzeige der Reise von damals – nach Namibia – und sein Entschluss stand fest: Dorthin will er reisen.

"Ein Leben am Schreibtisch fühlte sich falsch an."
Gunnar Oberhösel über sein Gefühl, kurz bevor er die Reise nach Afrika begann

In Namibia also ging Gunnar Oberhösels Afrika-Reise los. Zunächst fuhr er zwei Monate mit dem Jeep durch die Gegend, campte draußen, fotografierte viel. Aber er merkte schnell, dass irgendetwas noch fehlte.

Gunnar Oberhösel fährt mit dem Jeep durch Afrika
© Gunnar Oberhösel ,
Gunnar Oberhösel fährt mit dem Jeep durch Afrika

Im Wasser fühle ich mich mit der Natur verbunden

Was es war, merkte er schließlich, als er im südafrikanischen Kapstadt ankam. Dort konnte er im Meer schwimmen, tauchen, fotografieren; alles tun, was ihm Spaß macht und was ihn erfüllt. Inzwischen ist er Freediving Instructor – also Lehrer fürs Tauchen ohne Sauerstoff.

"Jedes Mal, wenn ich ins Wasser gehe, ist da diese absolute Stille. Ich hab oft das Gefühl, da unten kann man einfach Mensch sein."
Gunnar Oberhösel über sein Gefühl beim Tauchen

Beim Tauchen fühle er sich ganz besonders verbunden mit der Natur, beschreibt er. Das Meer ist für Gunnar Oberhösel absoluter Sehnsuchtsort – und seine Leidenschaft. Das wichtigste beim Tauchen sei es, ruhig zu werden. "Tief ein- und ausatmet und beim letzten Atemzug die Lunge so voll packen, wie es geht."

Beim Tauchen nutzen wir die volle Kapazität unserer Lunge

Gunnar Oberhösel erstaunt es, dass den meisten Menschen gar nicht bewusst ist, dass sie meist nur zehn bis 15 Prozent ihres Lungenvolumens nutzen. Viele seiner Schülerinnen und Schüler sind überrascht, wie schnell sie längere Zeit unter Wasser bleiben können ohne zu atmen, sagt der Tauchlehrer.

Gunnar Oberhösel blickt auf das Meer.
© Gunnar Oberhösel
Gunnar Oberhösel blickt auf das Meer.

Er selbst schaffe 4 Minuten und 30 Sekunden. Sehe das aber nicht als Wettkampf. Wichtig sei für ihn, sich unter Wasser mit den Tieren und der Umgebung verbunden zu fühlen. Dazu sei es hilfreich, keine Taucherflasche zu haben. "Vor den Blasen haben die Fische Angst und schwimmen weg, ohne kommen sie einem richtig nahe."

Gunnars Traum: Schwimmen mit dem Weißen Hai

Seit drei Jahren lebt Gunnar Oberhösel bereits in Südafrika. Aber immer noch hat er einen Traum: "Ich will mit weißen Haien schwimmen."

"Den Weißen Hai will ich nicht im Käfig sehen – sondern von Auge zu Auge."
Gunnar Oberhösel über seinen Traum

Mit vielen Haien ist er bereits geschwommen. Er sei überrascht über den schlechten Ruf dieses Tiers. Ihm seien die Haie bisher immer eher schüchtern begegnet, berichtet er. Aber er habe noch eine Lange Liste mit Hai-Arten, denen er noch begegnen will, und da stehe der Weiße Hai definitiv ganz oben drauf.

"Ich glaube, dass wir immer nur dieses gefährliche Tier sehen, aber vergessen, dass der schon seit 450 Millionen Jahren im Meer unterwegs und unfassbar wichtig ist für die Meere."
Gunnar Oberhösel über den Weißen Hai

Im Gespräch mit Niklas Potthoff berichtet Gunnar Oberhösel auch von einigen brenzligen Situationen. Wie er einmal die Strömung des Meeres unterschätzt und sich mit letzter Kraft ans Ufer gerettet hat – und auch, wie er mal in eine Höhle reingeschwommen ist und von 30 Haien überrascht wurde. Klickt fürs ganze Gespräch einfach oben auf den Play Button.