Barcelona ist eine tolle Stadt. Allerdings hat die Metropole Kataloniens auch ein paar große Probleme: zum Beispiel Luftverschmutzung. Genau dagegen will die Stadt jetzt etwas unternehmen und richtet Superblocks ein.

Die Superblocks müsst ihre euch wie verkehrsberuhigte Zonen vorstellen. Allerdings geht es in Barcelona nicht nur um eine Straße, sondern um mehrere Häuserblocks, die zu einem etwa 400 mal 400 Meter großen Abschnitt zusammengefasst werden. Eines der ersten Viertel, in denen die Superblocks umgesetzt werden soll, ist Eixample. Und das ist praktischerweise ein Planviertel, das aus ganz regelmäßigen Häuserblocks besteht.

Für einen Superblock wurden neun Häuserblocks zusammengefasst. Der Verkehr wird dann um diesen Superblock herumgeleitet. Autos dürfen zwar durch, aber nur sehr begrenzt. Ausgenommen sind zum Beispiel Anwohner oder wer etwas für Geschäfte anliefern muss. Auch die dürfen aber nur zehn Kilometer pro Stunde fahren. In den Superblocks sollen die Straßen für die Anwohner und für die Fahrradfahrer da sein. Kinder können spielen und Erwachsene draußen sitzen und Kaffee trinken.

Auch wenn Autofahrer, die jetzt um die Superblocks herumfahren müssen, dass nicht so toll finden dürften - es ist an der Zeit für solche Projekte, sagt Alexander Schmidt, Professor am Institut für Städteplanung und Städtebau an der Uni Duisburg-Essen. Die Menschen eroberten sich die Straße zurück.

"Ich denke die Superblocks sind eine geniale Idee, die Zeit ist bereit dafür."
Alexander Schmidt, Professor am Institut für Städteplanung und Städtebau an der Uni Duisburg-Essen

Für die Einführung der Superblocks sind zwei Phasen geplant: Die erste wird schon in Teilen der Stadt umgesetzt. Dort dürfen im Superblock nur 20 km/h gefahren werden. In einer zweiten Phase sollen es dann nur noch 10 km/h sein. Kosten des Ganzen: rund zehn Millionen Euro.

Mit den Superblocks ist aber nicht Schluss mit der großen Verkehrsreform in Barcelona: So sollen 300 Kilometer neue Fahrradwege entstehen und auch das Bussystem reformiert werden: Statt 94 soll es nur noch 28 Routen geben, dafür aber die Busse öfter fahren. Bleibt die Frage, ob das Konzept aus Katalonien auch etwas für deutsche Städte wäre: vielleicht am ehesten für Städte wie Mannheim, die schon schachbrettartige Blocks aufweisen. Aber auch andere deutsche Städte hätten Potenzial, sagt Alexander Schmidt.