Seit ein paar Jahren soll das Online-Shoppen von Lebensmitteln das nächste große Ding werden. In Deutschland läuft das allerdings immer noch schleppend. Doch das könnte sich bald ändern.

Ein Prozent aller Lebensmittel in Deutschland werden im Netz eingekauft und an die Haustür geliefert. Aus Sicht der Fachleute ist das eine unterirdische Quote, allerdings auch keine überraschende, denn aus Sicht der Kunden ist das Lebensmittelshoppen im Netz nicht wirklich ein Vergnügen. Das fängt schon bei den Lieferkosten an: Wer Elektronik oder auch Klamotten im Netz bestellt, der ist die kostenlose Lieferung gewohnt. Bei Lebensmitteln sollen wir aber häufig für die Lieferung bezahlen.

"Bislang ist das Bestellen von Lebensmitteln im Internet alles andere als eine Freude. Bei mir zum Beispiel gab es eine tagelange Lieferverzögerung."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Wenn es um Lebensmittel geht, ist Deutschland der vielleicht brutalste Markt weltweit: Es gibt extreme Preiskämpfe und an gefühlt jeder Straßenecke steht ein gut sortierter Supermarkt, Späti oder Kiosk. "Da ist es für einen Lieferdienst sehr schwer, auf die Kosten zu kommen", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll. 

Lidl und Kaufland haben ihre Lieferdienstpläne bereits aufgegeben. Amazon Fresh  gibt es nur in wenigen Städten, kostet monatlich zehn Euro extra und hat mit Lieferantenproblemen zu kämpfen, berichtet das Supermarktblog. Der Edeka-Lieferdienst Bringmeister hat sich gerade erst einen Shitstorm eingehandelt, weil er nicht zeitnah liefern kann, so das Manager Magazin.

Picnic will es besser machen

In diesen mörderischen Markt platzt nun ein weiterer Anbieter:  Picnic ist ein Anbieter aus den Niederlanden und bietet dort seinen Service in 37 Städten an und hat nach eigenen Angaben immerhin 100.000 Kunden. In Deutschland haben sie in den vergangenen Monaten getestet, ab April geht es dann in grenznahen Städten in Nordrhein-Westfalen richtig los: in Kaarst, Neuss, Meerbusch und Düsseldorf.

Wichtig vor allem sind die Versprechen von Picnic: "Immer frische Ware und der beste Preis." Dazu die bestellten Lebensmittel sollen kostenlos an die Haustür geliefert werden - ohne lange Wartezeiten. Wer bis 22 Uhr bestellt, bekommt seinen Einkauf den nächsten Tag zum Wunschtermin geliefert. "Klingt ein bisschen nach dem Amazon-Konzept", sagt Andreas Noll fest. Nächstes Jahr will Picnic schon in 20 bis 30 Städten liefern. Dann wird sich zeigen, ob das Konzept tatsächlich aufgehen kann.