Ladenschluss: Die deutsche Supermarkt-Branche wird um einen Teilnehmer ärmer: Tengelmann will ihre 450 Filialen in Bayern, Berlin und Nordrhein-Westfalen zum 30. Juni 2015 an Edeka verkaufen.

Die Supermarkt-Macht wird in Deutschland immer konzentrierter. Sie verteilt sich auf vier große Akteure: Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe, zu denen Lidl und Kaufland gehören. Die vier größten Akteure haben mit 85 Prozent schon jetzt einen riesigen Marktanteil. Und die Nummer eins wird jetzt noch größer. Ist das für das Kartellamt ein Grund, der Übernahme nicht zuzustimmen?

Was sagt das Bundeskartellamt?

Erst kürzlich hat das Kartellamt eine Studie zum Konzentrationsprozess im Lebensmitteleinzelhandel vorgestellt. Ergebnis: Es will den Supermärkten bei Übernahmen ganz besonders auf die Finger schauen. Wenn das Kartellamt die Übernahme erlaubt - was würde das für uns Kunden bedeuten? Und für die Lieferanten? Antworten hat uns Andreas Kolbe aus der Deutschlandradio-Wirtschaftsredaktion gegeben.

Warum will Tengelmann seine Filialen loswerden?

"Tengelmann ist einfach ein kleines Licht in der Branche. Die haben 450 Filialen - Edeka hat 11.600. Für Tengelmann lohnt sich das einfach nicht mehr, die können nicht mehr mithalten."
Andreas Kolbe, Deutschlandradio-Wirtschaftsredaktion

1867 gegründet, ist am 30. Juni 2015 Schluss für das traditionsreiche Familienunternehmen. 15 Jahre in Folge habe Tengelmann jetzt Verlust geschrieben, teilte der Eigentümer Karl-Erivan Haub mit. Deshalb habe sich die Familie zum Verkauf entschieden - sehr schweren Herzens.

"Es gibt Tränen, es gibt große Betroffenheit, eine gewisse Leere - ich habe es für mich persönlich fast wie so eine Beerdigung empfunden."
Karl-Erivan Haub, CEO der Tengelmann-Gruppe
Tengelmann-Einkaufswagen
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