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Angie Ringleb ist seit über 20 Jahren im Ausland unterwegs, etwas mehr als die Hälfte ihres Lebens. In den USA geboren und in Deutschland aufgewachsen, führte sie ihr Weg nach Chile und zuletzt nach Fuerteventura, wo sie eine Surfschule betreibt. Viele Reisende verbringen dort gerade den Corona-bedingten Lockdown.

Eigentlich wollte Angie Ringleb so wie immer in der zweiten Novemberwoche nach Irland fahren, um dort mit einer Gruppe abgehärteter "Cold Water Surfern" ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Kälte, Wind und Hagel sind zu dieser Jahreszeit in Irland normal. Dafür haben Surferinnen und Surfer viel Platz und alle schönen Wellen ganz für sich alleine, sagt Angie. Die Corona-Pandemie hat dann aber einen Strich durch diesen Plan gemacht. Irland ging in den Lockdown.

"Cold Water Surfing muss man mögen. Das ist was für die ganz Harten bei Außentemperaturen von drei Grad, Wind und Regen."
Angie Ringleb, Surflehrerin

Neoprenanzug und Haube machen es trotzdem möglich. Und es lohnt sich – spätestens bei der warmen Suppe und dem Whiskey hinterher rücke die Gruppe eng zusammen, erzählt uns Angie.

Neue Kulturen als Augenöffner

Bevor sie nach Fuerteventura kam, wo sie inzwischen seit sieben Jahren lebt und die Surfschule Nombsurf betreibt, war Angie Ringleb lange Zeit in Chile am Pazifik "daheim". Dort hat sie ein kleines Surfhostel eröffnet, später noch ein zweites.

Reisen sei für sie wichtig gewesen, seit sie ein kleines Mädchen war. Die Welt zu sehen, neue Kulturen, Sprachen und Musiken, öffne einem die Augen und erweitere eigene Sichtweisen, sagt sie. Ihr gefällt, dass man dadurch sein eigenes Weltbild hinterfragt und merkt, was man als Europäerin oder Europäer eigentlich alles hat.

Ghanaische Surfschülerinnen und Surfschüler mit Angie Ringleb am Strand
© privat
Ghanaische Surfschülerinnen und Surfschüler mit Angie Ringleb am Strand

In Ghana hat Angie Ringleb mit jungen Leuten zusammengearbeitet, die dort den Müll an den Stränden aufsammeln. Im Vorfeld hatte ihre Surfschule auf Fuerteventura eine Material-Spendenaktion organisiert, um ein bisschen Equipment zusammenzubekommen. Firmen und Privatpersonen haben dabei mitgemacht.

Surfen in Ghana

Vor Ort in Ghana wurde dann ein Surf Day organisiert, erzählt sie. Es gab kostenlosen Surfunterricht für alle, die Lust hatten. Über 40 Kinder waren auch dabei – auch viele Mädchen, worüber sich Angie besonders gefreut hat. Ihr ist es nämlich wichtig, dass auch viele Frauen Lust aufs Surfen bekommen.

"Surfen ist noch immer ein sehr von Männern dominierter und Testosteron-gefüllter Sport."
Angie Ringleb, Surflehrerin

Mit einem Balance Board lässt sich nicht nur im Lockdown gut üben, wie sich ein Surfbrett anfühlt, rät Angie – eEinen Ozean hat ja auch nicht jeder vor der Tür. Auf die Füße oder das Board zu schauen, sei dabei verboten. Besser man suche sich einen Punkt in der Ferne. Dann stellt sich das "natürliche Gleichgewicht" ein, erklärt die Surflehrerin. Und dann komme man auch nicht in die Versuchung, das Board mit den Augen zu balancieren.

Immer schön die Balance halten

Angie bietet auch Online-Surfkurse an, denn in Spanien galten strenge Corona-Beschränkungen. Ihre Schülerinnen und Schüler schicken ihr Fotos und Videos von ihren Ausflügen aufs Wasser, die Lehrerin analysiert die Moves und sagt, was noch besser gemacht werden kann.

Für blutige Anfänger, die noch keine oder kaum praktische Erfahrung auf dem Surfbrett haben, sind diese Kurse leider weniger geeignet. Theorie-Einheiten dagegen funktionieren schon, sagt Angie Ringleb.

Noch mehr Geschichten von und über Angie Ringleb könnt ihr im Weltempfänger-Podcast hören.

Surflehrerin Angie Ringleb auf dem Board
© privat
Angie Ringleb bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, die sie zum Beruf gemacht hat