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Wer umweltbewusst ist, aber nicht auf sein Auto verzichten will oder kann, wird die Idee von Bio-Kraftstoffen sicherlich auch gut finden. Einige Parteien, unter anderem die FDP, sehen darin die Lösung. Das Problem sind die Kosten, erklärt Umweltredakteur Werner Eckert.

Synthetische Kraftstoffe sind sauber und passen in jeden Tank. FDP-Chef Lindner und CSU-Politiker Alexander Dobrindt sehen darin die Lösung auf dem Weg zu mehr Klimaschutz. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Autos bleiben wie sie sind, nur der Sprit wird synthetisch hergestellt.

Ob synthetische Kraftstoffe aber auch bald kommen, da ist Werner Eckert skeptisch. Er arbeitet in der Umweltredaktion des Südwestrundfunks und erläutert: Etwa 20 Forschungsprojekte liefen derzeit in Deutschland. In Südchile soll eine Pilotanlage in Betrieb gehen, die mit Windenergie und Wasserstoff klimaneutralen Treibstoff herstellen soll. Allerdings ist die Herstellung des synthetischen Kraftstoffs nicht energieeffizient. Zur Gewinnung müsse derzeit mehr Energie aufgewendet werden als am Ende herauskommt, so Werner Eckert.

Forschungsprojekte beschäftigen sich mit der synthetischen Kraftstoffherstellung

Trotz der geringen Energieeffizienz ist das Thema aber nicht durch. Derzeit gibt es mehrere Projekte, die sich mit der synthetischen Kraftstoffherstellung beschäftigen. Allein 20 Forschungsprojekte in Deutschland. Unter anderem will der Autohersteller Porsche gemeinsam mit Siemens Energy in die synthetische Kraftstoffherstellung einsteigen. Und auch in Südchile soll eine Pilotanlage in Betrieb gehen, die mit Windenergie und Wasserstoff klimaneutralen Treibstoff herstellen soll.

Audi arbeite ebenso an einem vergleichbaren Projekt in Deutschland, auch das Karlsruhe Institute of Technology hat eine Anlage in Betrieb genommen. Für Werner Eckert ist die Frage des Produktpreises die entscheidende. Vor der Versteuerung koste ein Liter synthetischen Kraftstoffs etwa 2,50 Euro, Benzin und Diesel liegen bei etwa 0,50 Euro.

"Es ist nicht so sehr die Frage, ob man das machen kann. Die Frage ist momentan: Was kostet das?"
Werner Eckert, SWR-Umweltredaktion

Die Herstellung synthetischer Kraftstoffe geht vereinfacht so: Wasser wird mit elektrischer Spannung in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten – diese Reaktion heißt Elektrolyse. Wird nun dem Wasserstoff CO2 aus der Luft hinzugefügt, bilden sich Kohlenwasserstoffe.

Klimaneutralität als Idealfall

Diese haben eine ähnliche Struktur wie solche, die aus Erdöl gewonnen werden. Im Idealfall kommt bei der Verbrennung dann nur so viel CO2 in die Atmosphäre, wie ihr vorher entzogen wurde. Synthetische Gemische verbrennen in der Regel auch sauberer als ölbasierte, auch ist ihre Energiedichte höher.

"Diese Elektrolyse hat so einen Wirkungsgrad von 60, 70 Prozent. Der Rest ist futsch"
Werner Eckert, SWR-Umweltredaktion, über Energieverluste bei der Herstellung synthetischer Kraftstoffe

Das Problem ist aber der Wirkungsgrad bei der Herstellung synthetischer Kraftstoffe, sagt Werner Eckert. Es muss deutlich mehr Energie bei der Herstellung synthetischer Brennstoffe aufgewendet werden, als dann im Ergebnis zur Verfügung steht.

Energieverluste bei der Herstellung

Ein erheblicher Teil geht bei der Elektrolyse verloren, ein weiterer Teil dann bei der Umwandlung in synthetischen Kraftstoff. Am Ende dieser Kette von Energieverlusten stehe dann der sensationell ineffiziente Verbrennungsmotor im Auto selbst. Die weitaus meiste Energie werde hier in ungenutzte Wärme umgesetzt.

"Verbrennungsmotoren sind im Grunde genommen fahrbare Heizungen. In erster Linie erzeugen sie Wärme."
Werner Eckert, SWR-Umweltredaktion