Geschlechtskrankheiten

Warnung vor Syphilis per SMS

Patienten des Bochumer Zentrums für sexuelle Gesundheit und Medizin können jetzt anonyme Warnbotschaften an Sexpartner schicken, um sie auf eine mögliche Infektion hinzuweisen.

Seit einigen Jahren steigt die Zahl der sexuell übertragbaren Krankheiten -  etwa Chlamydien, Tripper, Syphilis oder Gonorrhoe. Norbert Brockmeyer und seine Kollegen am Zentrum für sexuelle Gesundheit und Medizin wollen etwas dagegen tun und haben jetzt ein einfaches System entwickelt, mit dem sich Sexualpartner anonym informieren können.

Über die Webseite es Zentrums können Menschen anonym formulierte Nachrichten senden. Zum Beispiel wenn sie Hemmungen haben, es ihrem Partner direkt zu sagen, dass sie eine Geschlechtskrankheit haben. 

Gegen den Pingpong-Effekt

Denn nur, wenn Partner und Partnerinnen informiert werden, kann der sogenannte Pingpong-Effekt unterbrochen werden. Also: dass Partner, die regelmäßig Sex haben, sich immer wieder gegenseitig anstecken.

Genauso können die SMS an Menschen gesendet werden, mit denen wir eine Nacht verbracht haben – vorausgesetzt, wir haben noch die Telefonnummer oder die E-Mail-Adresse.

"Jeder müsste langsam wissen, dass, wenn er Sex hat – ungeschützt und manchmal auch geschützt – er Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis, humane Papillomviren bekommen kann."

Die Botschaften gibt es in verschiedenen Varianten: so, als ob das Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin direkt informieren würde. Oder es gibt auch Nachrichten, die etwas persönlicher sind. Um die Ansprache geht es aber auch nicht, sondern um die Information.

Die Daten der Empfänger werden übrigens immer sofort nach dem Absenden gelöscht, damit das Ganze auch wirklich anonym bleibt. Norbert Brockmeyer berichtet über die ersten Erfahrungen mit solchen Warnbotschaften. Er sagt, dass diejenigen, die benachrichtigt wurden und die dann auch zur Untersuchung kamen, froh darüber gewesen seien, dass sie über das Infektionsrisiko informiert wurden.

Chance, um Neuinfektionen zu reduzieren

Im Moment gibt es das Benachrichtigungssystem nur für Bochum. Norbert Brockmeyer hofft aber, dass sich das System auch bundesweit durchsetzt. Denn er glaubt, dass auf diese Weise Neuinfektionen reduziert werden könnten.

"Das wäre ein großer Erfolg. Denn jede Infektion weniger bedeutet auch, dass Sie Zweit- und Drittinfektionen verhindern."