Den Staat Syrien gibt es nicht mehr, dafür aber Regionen, die von verschiedenen Kräften kontrolliert werden: der vom Assad-Regime kontrollierte Westen, der kurdische Norden, die von Rebellen kontrollierte Region rund um Aleppo und die IS-Gebiete in der Mitte des Landes. Sollte es je zu Frieden in Syrien kommen, müssen Staat und Zivilgesellschaft neu aufgebaut werden.

Elias Perabo war 2011 in Syrien als dort der arabische Frühling ausbrach. Für die Organisation "Adopt a Revolution" unterstützt er zivilgesellschaftliche Prozesse vor Ort. Einen Staat Syrien gibt es allerdings nicht mehr. Das könnt ihr auch unten auf der Karte sehen: die rosa Gebiete kontrolliert Baschar al-Assad, die grünen sind in der Hand der Rebellen, die violette Region im Norden kontrollieren Kurden und in den gelben Gegenden ist IS unterwegs.

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Russland greift Rebellen in Syrien an

"Adopt a Revolution" unterstützt in Syrien etwa 15 zivilgesellschaftliche Initiativen. Dazu gehören Bibliotheken, Kulturveranstaltungen oder Gärten, mit denen die Menschen sich selbst versorgen können. Das klingt vielleicht wenig spektakulär - aber in einem Land, in dem ein Diktator keinerlei eigenes Engagement der Menschen zulässt, fangen zivilgesellschaftliches Engagement und Opposition ganz unten an, sagt Elias Perabo. "Es geht manchmal ganz einfach darum, sein Leben selbst zu gestalten, weil Assad das nicht zulässt", sagt er.

In der Nähe der Stadt Talbiseh unterstützt "Adopt a Revolution" ein Videoprojekt. Von seinen Partnern vor Ort hat Elias Perabo die Information bekommen, dass Talbiseh von russischen Kampfjets bombardiert worden ist - obwohl die Stadt gar nicht im IS-Gebiet liegt. "Russland macht keinen Einsatz gegen den Terrorismus, sondern einen Einsatz für das Assad-Regime, das den Ort schon lange einnehmen möchte", erklärt Elias Perabo das Vorgehen.

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Ein Land, viele Lebensrealitäten

Syrien ist längst kein einheitliches Land mehr. Stattdessen leben die Menschen verschiedene Lebensrealitäten:

  • Im Süden rund um die Stadt Daraa ist die größte Angst der Menschen, dass Assads Truppe Faßbomben auf sie abwerfen
  • Im Norden in der Kurdenregion haben die Menschen Angst vor IS
  • In anderen Gebieten gibt es Warlordstrukturen, hier haben die Menschen zeitgleich Angst vor Assad und vor IS

Zurzeit gibt es in Syrien weder einen militärischen noch einen politischen Akteur, der die Macht über ganz Syrien gewinnen könnte. "Letztendlich wird keine der Konfliktparteien den Konflikt gewinnen, stattdessen müssen wir uns an diese Lösung gewöhnen: Es werden unterschiedliche Gebiete von unterschiedlichen Kräften kontrolliert."

Viele Menschen in Syrien haben mittlerweile die Hoffnung verloren. Der Konflikt dauert seit vier Jahren an, von Seiten des Westens hat es kaum Initiativen gegeben, den Krieg zu beenden. Als Assad Giftgas gegen die eigene Bevölkerung in den Vororten von Damaskus eingesetzt hat, wurden zwar Waffen vernichtet, aber für die Menschen habe sich kaum etwas geändert, sagt Elias Perabo.

"Diese Menschen sind so oft vom Westen enttäuscht worden, dass es nichts bringt, jetzt in den Westen zu schauen und zu hoffen, dass von da die Lösung kommt."
Elias Perabo über die Hoffnungslosigkeit vieler Syrer

Wie es zum Konflikt in Syrien und zu der aktuellen Flüchtlingskrise gekommen ist:

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