Als die US-Bank Lehman Brothers vor zehn Jahren pleite ging, erschütterte das die Finanzwelt. Börsenkurse brachen weltweit ein, von einer drohenden Weltwirtschaftskrise war die Rede. Wir blicken zurück und sprechen mit Historikern, Journalisten und Peer Steinbrück (SPD), der damals Finanzminister war.

Seit Wochen schon waren die amerikanischen Aktienhändler in Aufruhr, es drohte eine enorme wirtschafts- und finanzpolitische Krise, weil - bedingt durch steigende Zinsen - viele Hausbesitzer in den USA ihre Hypotheken nicht mehr zurückzahlen konnten. 

Ein massiver Preisverfall am Immobilienmarkt war die Folge. Das wiederum ließ Wertpapiere ins Bodenlose fallen, die Millionen von Kreditverträge gebündelt hatten. Im Verlauf des Sommers 2008 wurde absehbar, dass sich dieser Schneeball-Effekt auch auf andere Bereiche des Aktien- und Finanzmarktes ausweiten würde.

Keine Rettung für Lehman Brothers

Am 15. September 2008 entschied die amerikanische Regierung der schwer angeschlagenen Investmentbank Lehman Brothers keine finanzielle Hilfe zukommen zu lassen. Als diese Nachricht um die Welt ging, brachen die Börsen ein und das Menetekel einer Weltwirtschaftskrise stand im Raum.

"Das Arteriensystem der Wirtschaft drohte zu kollabieren. Ihm fehlte das Blut. Da hatte ich richtig Angst."
Peer Steinbrück (SPD), damals Bundesfinanzminister

Auch Peer Steinbrück (SPD), der damals Bundesfinanzminister war, hatte damals "richtig Angst", wie er uns im Interview rückblickend erklärte.

"Die Welt hat am Abgrund gestanden", hieß dieser Gedanke später. Die Bundesregierung beruhigte die deutschen Sparer dadurch, dass sämtliche Sparguthaben bis 100.000 Euro durch den Staat garantiert wurden.

Was ihr in Eine Stunde History hört:

  • Der Finanzjournalist Jens Korte berichtet seit Jahren von der New Yorker Wallstreet und erinnert sich an die Tage, als Lehman Brothers pleite ging.
  • Der damalige Finanzminister Peer Steinbrück schildert die dramatische Situation, als die Bundesregierung die Sparguthaben in Deutschland garantierte.
  • Der Volkswirt Martin Hellwig erläutert die Ursachen der Finanzkrise und die Konsequenzen, die seit 2008 gezogen wurden.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld berichtet über die Familiengeschichte der Lehmanns, die Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem fränkischen Dorf Rimpar in die USA ausgewandert sind.

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