Es ist schwer, sich einen Überblick über die vielen verschiedenen aufständischen Gruppen in Aleppo zu verschaffen. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind islamistisch.

Baschar al-Assad triumphiert jetzt, sagt unser Korrespondent Carsten Kühntopp. Seit 2012 war Aleppo geteilt. Im Osten der Stadt hat sich die Rebellen-Enklave breit gemacht. Jetzt ist es dem syrischen Präsidenten gelungen, die Rebellen zu besiegen. Seit dem 15. Dezember hat der Abzug der Rebellen begonnen und die Stadt wird evakuiert.

Die Rebellen sind vor allem eins: islamistisch

Es sind sehr viele verschiedene Gruppen, sagt Carsten Kühntopp, der für uns die Lage in Aleppo von Kairo aus beobachtet. Von der ideologischen Ausrichtung ausgehend sind die meisten Gruppierungen islamistisch.

Die Al-Nusra-Front ist ein Ableger von Al Kaida. Unter den Gruppierungen ist sie nicht die beherrschende. Daneben gibt es Gruppen, die vom Westen unterstützt werden wie die Harakat Nour al-Din al-Zenki, die vor allem von den USA unterstützt wurde.

"Dominierend sind Gruppen, die mehr oder weniger islamistisch sind."
Carsten Kühntopp, Korrespondent

In der Schlussphase haben sich alle Gruppierungen zusammengeschlossen und nannten sich "Die Armee von Aleppo". Es gab auch so etwas wie einen Obersten Befehlshaber. Es fand ein klassischer Guerilla-Kampf von Haus zu Haus statt. Am Ende war die Al-Nusra-Front militärisch dominant.

"Sie haben vor allen Dingen immer wieder Selbstmordattentäter losgeschickt", sagt unser Korrespondent. Mit dieser Taktik ist ihnen im Sommer sogar gelungen den Belagerungsring kurzzeitig zu durchbrechen. Bei dieser Offensive waren die Selbstmordattentäter sozusagen die Speerspitze des Angriffs. Dadurch haben sie militärisch an Bedeutung gewonnen.

"Das ist eine fürchterliche Waffe, wenn jemand vor dir steht und einfach nur auf den Knopf drückt, dem es egal ist, dass er dann tot ist."
Carsten Kühntopp, Korrespondent

Assad stoppen und gegen die regierungstreuen Truppen zu kämpfen, war ihre einzige Gemeinsamkeit. Im Sommer waren die Rebellen noch stark. Ansonsten sind sich die Rebellen "untereinander nicht grün" und haben sich teilweise verkracht. "In dem Moment, in dem sie nicht mehr zueinander finden, bedeutet das, dass die Assad-Soldaten und verbündeten Milizionäre die Rebellen knacken können", sagt Carsten Kühntopp.

Allianzen zwischen rebellischen Gruppierungen werden immer wieder neu geschlossen. Dabei können die Konstellationen je nach Gebiet variieren. Ausschlaggebend ist oft, ob die Gruppierungen untereinander, ihre Chefs, persönlich gut miteinander harmonieren.

"Der IS kämpft immer alleine, deshalb ist er bei anderen Rebellen, die vielleicht ideologisch nicht weit entfernt sind, nicht gut gelitten."
Carsten Kühntopp, Korrespondent

Die Al-Nusra-Front ist immer bereit Allianzen mit anderen einzugehen, auch wenn sie ideologisch andere Ziele verfolgen. Andersherum gibt es auch Rebellen, die eigentlich mit Dschihadisten nichts zu tun haben, aber zweckorientiert sich auch mal mit der Al-Nusra-Front zusammenschließen.

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