Wer genug von den Münchner Sehenswürdigkeiten hat, kann die bayerische Landeshauptstadt noch von einer ganz anderen Seite kennenlernen: "Shit Happens" lautet der Titel der Stadtführung durch Münchens Toiletten - aber nur durch die öffentlichen. 

Wie in jeder anderen Stadt gibt es auch in München zu wenig öffentliche Toiletten. Damit sich daran etwas ändert, gibt es eine Toiletten-Stadtführung in der bayerischen Hauptstadt. Das ist nicht nur etwas für Touristen, Einheimische lernen ihre Stadt dabei nochmal neu kennen. Geführt werden sie auf der Tour von Barbara Reis, die seit 25 Jahren Stadtführungen macht. 

"Nach den Stadtführungen kommen ganz oft Teilnehmer und fragen, wo kann ich jetzt schnell auf die Toilette gehen? Und dann überlegt man und sagt, naja, öffentliche gibt es gar keine hier in der Nähe."
Barbara Reis, Stadtführerin

Das natürliche Bedürfnis der Teilnehmer brachte Barbara schließlich auf die Idee der Tolietten-Stadtführung mit dem passenden Titel "Shit Happens". 

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Um 1900 gab es in München etwa 60 öffentliche WCs, erklärt die Stadtführerin. Heute seien es zwar doppelt so viele, doch hat sich die Zahl der Einwohner verdreifacht. Hinzu kommen noch Hunderttausende Touristen jährlich. 

"Es ist auf jeden Fall mal eine Stadtführung der anderen Art. Nicht so Dinge, die man schon tausend Mal gehört hat. Klingt schon sehr interessant."
Teilnehmer der Toiletten-Stadtführung

Auch in anderen Städten gibt es zu wenige öffentliche Toiletten. Oft sind sie defekt oder gesperrt. Oder sie sind schwer zu finden: Entweder die Schilder sind zu klein oder sie sind von Baustellen und Bäumen verdeckt. 

Hinweisschild einer öffentlichen Toilette in München: "Toilette gesperrt"
© Linus Lüring
Öffentliche Toiletten sind oft nicht zugänglich.

Auf Misstände wie diese macht die Stadtführerin aufmerksam. Und dabei lernen die Teilnehmer auch, wie die Abwasserentsorgung früher und heute funktioniert.

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Nicht auffindbar, defekt, gesperrt - in der Not suchen die Bedürftigen dann einen Baum zum Beispiel im Hofgarten der Wittelsbacher auf. Wildpinkeln kostet in München 100 Euro - also eine teure Notlösung. In anderen Städten kann das sogar bis zu 5000 Euro kosten.

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Bei der Führung gibt es auch Kurioses zu entdecken wie "Fräulein Grüneis". Das war eine ehemalige Toilette im Englischen Garten. Aus der geschlossenen öffentlichen Toilette haben Sandra Dürr und ihr Mann einen Kiosk gemacht, an dem sich die Besucher auf der einen Seite mit Getränken versorgen und - auf der anderen Seite eine wieder eröffnete Toilette nutzen können.