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Depressionen sind zum Teil noch immer tabuisiert. Auch in Partnerschaften. In Eine Stunde Liebe erzählen zwei Betroffene davon, wie sie die Beziehung mit einem depressiven Menschen erlebt haben.

Die Diplom-Psychologin Vivian Jückstock erklärt, wie sich eine Phase, in der wir "schlecht drauf" sind, von einer echte Depression unterscheidet. Eine Depression zu erkennen, ist gar nicht so einfach, da sie sich - je nach Persönlichkeit - sehr unterschiedlich äußern kann.

Rückzug, Schlafprobleme, innere Getriebenheit

Menschen, die an Depressionen leiden, fühlen sich oft über lange Zeit perspektivlos, zweifeln häufig an sich selbst und verlieren sie sich häufig in Gedankenschleifen.

"Zunehmender Streit in der Beziehung kann ein Anzeichen einer depressiven Erkrankung sein."
Vivian Jückstock, psychologische Psychotherapeutin, Hamburg

In Partnerschaften können Konflikte ein Anzeichen für eine depressive Erkrankung sein. Oder wenn der Partner oder die Partnerin die Lust an Aktivitäten verliert, die er oder sie sonst immer gerne gemacht hat.

Judith und Steffen* erzählen in Eine Stunde Liebe, wie sie die Beziehung mit einem depressiven Menschen erlebt haben.

"Es gab in diesen Phasen keine Lust auf Sex oder Intimitäten."
Judith aus Berlin

Wie Partner (w/m/d) das Thema in solchen Fällen ansprechen und die depressive Person unterstützen können, erläutert die Psychologin in Eine Stunde Liebe. Zum Beispiel kann es hilfreich sein zu fragen, was die andere Person bedrückt. Möglichst aus der eigenen, beobachtenden Perspektive heraus und ohne vorwurfsvollen Ton.

"Manchmal ist es hilfreich, wenn der Partner oder die Partnerin dabei unterstützt, einen Termin beim Arzt oder der Psychologin zu machen."
Vivian Jückstock, psychologische Psychotherapeutin, Hamburg

Manchmal kommen auch Paare wegen Beziehungsproblemen in die Praxis von Vivian Jückstock. In der Therapie stellt sich dann heraus, dass eine depressive Erkrankung eines Partners oder sogar beider Menschen dahintersteckt.

"Depressionen sind heute sehr gut behandelbar."
Vivian Jückstock, psychologische Psychotherapeutin, Hamburg

Psychotherapie und Medikamente können die Situation verbessern, auch Sport kann je nach Art und Ausprägung der Erkrankung helfen. Bei akuten Suizidgedanken sollte ihr immer die 112 wählen oder eine psychiatrische Klinik in der Nähe aufsuchen.

Liebestagebuch

Jonas hat sein Debüt im Liebestagebuch. Er ist nicht-binär und trans-maskulin. Was er als Transperson unter anderem beim Daten erlebt, erzählt er ab jetzt regelmäßig in Eine Stunde Liebe.

Lass dir helfen!

Dein Partner oder deine Partnerin ist ein depressiver Mensch? Oder bestimmte Dinge beschäftigen dich selbst im Moment sehr? Du hast das Gefühl, in einer ausweglosen Situation zu stecken? Hier gibt es Hilfe:

  • Bei akuten Suizidgedanken kontaktiert bitte die 112 oder eine psychiatrische Einrichtung in der Nähe.
  • Hilfsangebote bei Depressionen (auch für Angehörige) hat die Deutsche Depressionshilfe zusammengestellt:
  • Infos für Angehörige von depressiven Menschen
  • Eine Übersicht von allen telefonischen, regionalen Online- und Mail-Beratungsangeboten in Deutschland hat die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention zusammengestellt.
  • Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichst du rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen du über deine Sorgen und Ängste sprechen kannst. Auch ein Gespräch via Chat oder E-Mail ist möglich.
  • Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeitenden von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Bei MuTeS arbeiten qualifizierte Muslime ehrenamtlich. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch.

(*Name geändert)