Ein Tabu hält sich: das Pupsen. Aber warum eigentlich? Denn es ist gar nicht gesund, sich das Furzen zu verkneifen. Am Tag der Flatulenz wollen wir reden über Fürze, Pupse und Darmwinde – und warum manche Fürze stinken, andere nicht.

Ob ihr gerne pupst oder euch eher dafür schämt, scheint auch davon abzuhängen, welchem Geschlecht ihr angehört. Männer feiern sich eher gegenseitig ab, wenn sie furzen. Bei Frauen sieht das anders aus, sagt die Ärztin und Autorin Yael Adler. Männer können für die eigenen Blähungen sogar Stolz entwickeln, Frauen hingegen möchten nicht gern als stinkig gelten.

"Für Frauen ist das Tabu eklig, stinkig und uncharmant zu sein, viel größer als für Männer."
Yael Adler, Hautärztin und Autorin

Doch Männer und Frauen müssen eigentlich gleich häufig pupsen. Erwachsene produzieren pro Tag zwischen 0,5 und 1,5 Liter Darmgase – unabhängig vom Geschlecht. Wir müssen täglich acht bis 15 Mal furzen. Im Schlaf werden weniger Darmgase entwickelt, denn dann fährt der Körper insgesamt seine Funktionen runter.

Im Flugzeug hingegen muss man häufiger pupsen. Denn durch den niedrigen Luftdruck in der Kabine, dehnen sich die Gase im Darm eher aus.

Lasst den Pups raus

Insgesamt ist es ratsam, auch wenn es stinkt, den Pups herauszulassen. Die Gase können sonst den Körper aufblähen. Wissenschaftler vermuten sogar, dass das zu Entzündungen im Darm führen kann. "Pupse zu unterdrücken ist nicht empfehlenswert", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Schütz.

"Ärzte empfehlen, dass wir die Darmwinde grundsätzlich einfach ziehen lassen sollten."
Martin Schütz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Außerdem sind Pupse auch nicht wirklich eklig, was sich auch beweisen lässt. Es gibt Untersuchungen mit Testpersonen in einem sterilen Operationsraum. Denn immerhin ziehen sich manche Eingriffe über Stunden, irgendjemand aus dem OP-Team muss dann auch einmal pupsen.

Für den Versuch haben Probanden gegen Petrischalen – mal mit, mal ohne Unterhose an - gefurzt. Ohne Unterhose wurden nach einem Tag im Brutschrank diverse Keime nachgewiesen, aber keine gefährlichen. Mehr zu dem Versuch könnt ihr hier lesen. Und ansonsten reichen Unterhose und Kittel aber auch aus, damit sich Keime gar nicht erst verbreiten.

Warum nicht alle Furze arg stinken?

Manche Pupse fallen noch nicht einmal weiter auf, vor allem wenn sie nicht arg riechen. Andere Fürze hingegen sind manchmal doch hart zu ertragen. Grundsätzlich bestehen Pupse vor allem aus Wasserstoff und CO2, doch manche enthalten auch Methan und Schwefel – und das kann dann schon einmal Richtung Geruchsbelästigung gehen.

Ob Pupse stinken oder nicht, das hängt auch von der Ernährung ab. Australische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass vor allem Cystein für den üblen Geruch verantwortlich ist.

Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die in bestimmten Proteinen enthalten ist, die wiederum in Milchprodukten, Fleisch oder auch Eiern vorkommen. Ergebnis der Studie ist auch, dass vor allem Bobybuilder arge Stinkpupse abgeben, denn die nehmen zum Muskelaufbau häufig zusätzliche Proteine zu sich.