Tali Barde hat gerade seinen ersten Film gemacht: "For No Eyes Only" läuft seit dem 27. November in den Kinos. Er ist also Regisseur. Und Produzent, Drehbuchautor, Schauspieler, sympathischer Kerl...

In Tali Bardes Debütfilm "For No Eyes Only" geht's um einen Computer-Nerd. Durch einen Hockey-Unfall sitzt Sam mit zertrümmerter Kniescheibe an seinem Schreibtisch fest. Er fängt an, mit Hacking und Webcams herumzuspielen und seine Mitschüler auszuspähen - und wird nebenbei Zeuge eines Verbrechens. Das ist offensichtlich eine Hommage an den Filmklassiker "Das Fenster zum Hof" von Alfred Hitchcock von 1954.

"Ich wollte niemals ein Remake des Klassikers, sondern eine moderne Adaption oder Neuinterpretation machen."

Der Film ist eine Nebenbei-Produktion. Über neun Monate lang hat Tali immer wieder gedreht: Immer dann wenn vor allem die zwei Hauptdarsteller Benedict Sieverding und Luisa Gross Zeit hatten und Tali das übrige Team versammeln konnte. Gar nicht so einfach, das Film war keine fette Studioproduktion, sondern das Projekt einer schulischen Film-AG. "Der Altersdurchschnitt am Set lag bei 18 Jahren", erzählt Tali, "und den habe auch nur ich so hochgesetzt." Er ist 24.

Von der Film-AG ins Kino

2013 war "For No Eyes Only" fertig, lief dann auf verschiedenen Film-Festivals. Ein Film-Verleih wurde aufmerksam und brachte ihn in die Kinos. Ein kommerzieller Erfolgt wird er wohl nicht: Der Kinostart war eher klein und konkurrierte gegen den Hobbit oder die Tribute von Panem. Für Tali ist der Film aber eine großartige Referenz.

"In der Filmbranche ist dieser Quereinsteiger-Weg sehr häufig. Darum: Praktika machen, schauen, wie es am Set abläuft und sich einfach ausprobieren!"
Tali Bardes Tipp für angehende Filmmacher

Tali Barde arbeitet inzwischen an seinen nächsten Filmprojekten. "Wir haben bereits einen neuen Kurzfilm gemacht", erzählt Tali. Auf gewisse Weise wieder eine Hommage, dieses Mal erinnern Elemente an "Memento" und "Und täglich grüsst das Murmeltier". "Ich arbeite aber auch wieder an neuen Langfilm-Stoffen." 2015 soll's konkreter werden.