Die neue Weltkarte der Tandem-X-Mission ist einmalig. Sie ist dreißig Mal genauer als alles, was es bislang gab.

Die Satelliten der Mission Tandem-X fliegen 28.000 Kilometer pro Stunde schnell. Dabei umrunden sie die Erde fünfzehn Mal am Tag.

Ihre dreidimensionalen radargestützten Aufnahmen werden durch ihren Formationsflug möglich. Dabei kommt ein Trick zum Einsatz, mit dem auch Fledermäuse Insekten millimetergenau anpeilen: die Interferometrie. Eine zwei Meter genaue Abbildung der Erdoberfläche wird so möglich.

3D-Weltkarte bildet 150 Millionen Quadratkilometer ab

Das neue Kartenmaterial ist für alle Geowissenschaften interessant, erklärt Alberto Moreira, Institutsdirektor im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Forschungen über Infrastruktur und Städteplanung können so auf ganz genaue Daten zugreifen. Aber auch die Schmelze der Polargebiete, das Wachstum von Wäldern sowie Überflutungen sind viel konkreter bestimmbar.

Satelliten finden neue Inseln

Die Satelliten haben bereits unbekannte Inseln in der Nähe von Japan lokalisiert, die durch Vulkaneruptionen entstehen - quasi eine Ansammlung nagelneuer Inseln. Unabhängig von Wetter oder Tageszeit ist also ein enorm scharfer Blick möglich. In einer etwas reduzierteren Auflösung soll diese Technologie irgendwann auch für Normalbürger nutzbar werden.

Neben dem Ziel, die Veränderungen der Erdoberfläche wöchentlich abzubilden, arbeiten die Forscher auch an der technischen Weiterentwicklung der Satelliten. Besonders was die Hitzeentwicklung angeht. Denn die sorgt im Weltall dafür, dass nach fünf Minuten Schluss ist mit Daten sammeln. Erst anderthalb Stunden später geht es mit kühlem Gerät weiter.