Katharina Heide und Felix Dörr haben einen Bachelor in Bauingenieurwesen und den Wunsch zu helfen. Deshalb sind sie in Tansania. Sie bauen dort ein Heim für geistig und körperlich erkrankte Kinder mit auf.

Das Heim entsteht in Chabalisa, und ihr zu Hause ist nicht weit von der Baustelle entfernt, in Kayang. Kathi und Felix haben dort eine gute Wohnung gefunden, sagt Felix: "Wir haben zwar kein fließendes Wasser und im Moment auch keinen Strom, aber ansonsten ist es hier eigentlich ganz gut."

Seit einem halben Jahr gibt es einen Brunnen dort, der sie mit frischem Trinkwasser versorgt - keine Selbstverständlichkeit in Tansania, das wissen die beiden. Denn die Menschen in dem ostafrikanischen Land sind sehr arm.

Katharina lebt seit März 2017 in Tansania. Sie ist dort im Rahmen von weltwärts, einem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst. Dort organisiert sie zusammen mit Felix den Aufbau eines Heims für körperlich und geistig erkrankte Kinder.

"Jetzt fehlen nur noch die Fliesen, dann können die Malerarbeiten starten und hoffentlich in ein paar Wochen die ersten Kinder einziehen."
Katharina Heide
Männer beim Hausbau.
© Katharina Heide
So sieht das Haus in Chabalisa (Tansania) kurz vor der Fertigstellung aus.

Betroffene Kinder oder Familien leben in Tansania "entkoppelt von der restlichen Gesellschaft", sagt Kathi. Psychische Krankheiten werden oft als eine Art böses Omen betrachtet. Darum sind beide besonders froh, diesen Kindern nun helfen zu können.

Das Haus hat die Regierung vor sechs Jahren angefangen zu bauen, wie Felix erzählt. Doch dann hat das Geld für die Fertigstellung gefehlt. Jetzt ist es fast fertig. Es soll 20 bis 25 Kindern Platz bieten.

"Wir haben es geschafft, das nur über private Spenden zu finanzieren."
Katharina Heide

Das Geld für den Aufbau kam über Spenden zusammen. Weil Kathi und Felix seit Jahren in der Entwicklungshilfe aktiv sind, gebe es eine Vertrauensbasis, sagt Kathi. Rund 18.000 Euro haben sie gesammelt, auch übers Netz.

Das Heim selbst soll später von Ordensschwestern in Eigenregie geführt werden. Zur Einweihungsfeier Ende Dezember sind über 60 Familien mit ihren erkrankten Kindern gekommen. Auch die Handwerker und ihre Familien waren zu dem Fest eingeladen.

"Das größte Problem ist die Sprachbarriere. Aber mittlerweile können wir uns ganz gut auf Kisuaheli verständigen."
Katharina Heide

Ihren Aufenthalt in Tansania muss Kathi übrigens teilweise selbst finanzieren: Ihre Organisation übernimmt zwar die Miete und 100 Euro Taschengeld pro Monat. Dennoch bleibt für sie ein Eigenanteil von über 2000 Euro - das Geld hat sie vorher angespart: "Ich bekomme eigentlich kein Gehalt dafür. Aber das war eine ganz bewusste Entscheidung, nach dem Studium einen Freiwilligendienst zu machen, um erste praktische Erfahrungen zu sammeln."

Langfristig will Kathi in der Entwicklungszusammenarbeit bleiben. Schon mehrfach war sie in Äthiopien. Das ist es auch, was sie und Felix gemeinsam haben: 

"Wir haben beide den gleichen Werdegang: Auch ich war vor meinem Abi in Äthiopien und habe den Wunsch entwickelt, Bauingenieurwesen zu studieren um zu helfen. Das ist etwas, das uns ganz tief verbindet"
Felix Dörr

Felix macht derzeit parallel seinen Master in Karlsruhe und kann das mit seinem Auslandsaufenthalt gut verbinden.

Katharina ist außerdem schon in weitere Projekte involviert: Sie möchte die Feuerwehr in Kayanga unterstützen - weil sie auch in Deutschland bei der freiwilligen Feuerwehr ist. "Wir wollen langfristig eine Kooperation aufbauen", sagt sie. Vorerst geht es aber um besseres Equipment und einen Brunnen für die Feuerwehrleute.

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