Keine Lust, sich in der Schlange vorm Bäcker anzustellen oder den tropfenden Wasserhahn zu reparieren? Einfach einen Tasker buchen, die oder der das für euch übernimmt. Die App Task Rabbit macht das möglich. In den USA ist der Dienst schon ein großer Erfolg.

Was macht ein Mensch im Silcion Valley, wenn er keine Lust hat, den Abwasch zu machen? Er bezahlt jemanden dafür. Und da wir im Silicon Valley sind, gibt es natürlich eine App dafür: Task Rabbit. Unser Korrespondent hat es ausprobiert.

2018 hat Leah Busque den Dienst gegründet. Ihr Ziel: eine Plattform für tägliche Aufgaben schaffen – Einkäufe, Besorgungen oder Putzen im Haushalt. Damals noch in Boston, hat das Unternehmen heute seinen Sitz in San Francisco, direkt vor den Toren des Silicon Valley.

Besonders beliebt ist die App, wenn es darum geht, Möbel aufzubauen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der Möbelriese Ikea mittlerweile beim Unternehmen eingestiegen ist. Die sogenannten Tasker stellen sich aber auch für euch beim Bäcker an oder vor einem Konzert in die Schlange.

Das Problem, in den USA gute Handwerker zu bekommen

Auch wenn der Wasserhahn tropft oder die Spülmaschine undicht ist, werden Taker gerufen. Dabei ist wichtig zu wissen: In den USA sind gute Handwerker Mangelware, weil es keine zertifizierten Klempner oder Schreiner gibt, erklärt unser Korrespondent Marcus Schuler.

Wer als Tasker arbeitet, das unterscheidet sich je nach Region, sagt Marcus Schuler. Im Silicon Valley ist es ein beliebter Nebenjob für alle, die in der extrem teuren Gegend nicht mit einem Job auskommen. Oft arbeiten sie schon für Fahrdienstleister wie Uber oder Lyft und versuchen jetzt noch, dank ihres handwerklichen Geschicks bei Task Rabbit etwas dazuzuverdienen. In anderen Regionen setzen auch ortsansässiger Klempner auf Task Rabbit, um ihre Kundschaft zu erweitern.

"Ähnlich wie bei den Fahrdienstleistern Uber oder Lyft sind die Leute, die für Task Rabbit arbeiten, nicht sozialversichert."
Marcus Schuler, Korrespondent im Silicon Valley

Und so entsteht langsam ein neuer Dienstleistungssektor, der allerdings auch große Nachteile hat, so Marcus Schuler. Ganz ähnlich wie beim Fahrdienstleister Uber, sind die Tasker von Task Rabbit nicht sozialversichert. Das spart Kosten für das Unternehmen, die Tasker arbeiten aber auf eigenes Risiko. Kunden können davon profitieren, weil die Leistungen günstiger sind. Auf der anderen Seite benachteiligt es aber klassische Handwerker und niemand zahlt in die Sozialversicherung oder Krankenkassen ein.

Von einem Nischenangebot kann bei Task Rabbit nicht mehr gesprochen werden. Das Angebot gibt es mittlerweile in 47 Städten in den USA und in vier Städten in Großbritannien. Und da mittlerweile Ikea beim Start-up eingestiegen ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Tasker bald auch in anderen europäischen Städten gebucht werden können.