24 Prozent der Menschen in Deutschland haben ein Tattoo, sagt eine Umfrage von Statista. Für ihre Pflege werden in Apotheken, Drogeriemärkten und online spezielle Tattoo-Cremes angeboten. Besonders frischgestochene Tattoos sollten gepflegt werden: Auf der Packung muss aber nicht explizit Tattoo-Creme stehen, sagt Dermatologin Yael Adler.

Das Angebot von Tattoo-Cremes ist groß: Erhältlich sind diese ab etwa drei Euro, nach oben hin gibt es keine Grenze. Die Pflege von frischgestochenen Tattoos ist wichtig, dabei sollte aber nicht darauf geachtet werden, ob es ein Spezialprodukt ist oder nicht – entscheidend sind die Wirkstoffe, erklärt Dermatologin Yael Adler.

Im ersten Schritt: Tattoo vor Bakterien schützen

Denn: In erster Linie sind frischgestochene Tattoos Wunden. Die sollten wir gerade am Anfang vor Bakterien schützen. Das bedeutet: Achtet beim Pflegemittel auf antiseptische beziehungsweise antibakterielle Inhaltsstoffe. Das können auch übliche Wundheilcremes aus der Apotheke sein, die Octenidin, Triclosan oder Clioquinol beinhalten.

Wenn ein neues Tattoo mit diesen antientzündlichen Wirkstoffen behandelt wird, haben Bakterien nicht mehr ein so leichtes Spiel. Denn: Nässende Stellen können schneller abtrocknen. Damit die Salbe besser wirken kann, ist es daher ratsam, auf feuchte Cremes zu setzen, anstelle von fetthaltigen Produkten.

"Es ist sinnvoll, ein frischgestochenes Tattoo gut zu pflegen. Ob das jetzt ein Spezialprodukt sein muss, ob man sich eine Wundheilcreme aus der Apotheke besorgt, das sei dahin gestellt."
Yael Adler, Dermatologin

Ein natürliches Heilmittel ist zum Beispiel schwarzer Tee ohne Aromastoffe wie Darjeeling oder Assam. Um diesen für die Tattoo-Pflege zu nutzen, lasst ihr den Tee nach dem Ziehen auf Zimmertemperatur abkühlen. Im Anschluss könnt ihr die Tattoo-Wunde mittels feuchter Tee-Wundumschläge antibakteriell schützen.

Damit sich eure Immunabwehr nach dem Stechen beruhigt und sich die natürliche Hautbarriere erholen kann, könnt ihr zudem Wundheilsalben verwenden, die Dexpanthenol oder Panthenol, also das Provitamin B5, enthalten.

Bei frischen Tattoos ist eine antibakterielle Pflege entscheidend

Allgemein gilt: Ist euer Tattoo abgeheilt und die Haut geschlossen, braucht es keine übermäßige Pflege für das Tattoo. Es ist ausreichend die Stelle mit Wasser abzuwaschen und die Haut vor dem Austrocknen durch Duschgels oder Seifen zu schützen. Falls ihr eure Haut aber für zu trocken haltet, könnt ihr sie optional mit einer gewöhnlichen Bodylotion eincremen.

Entscheidender ist ein Schutz des Tattoos vor Sonnenlicht – auch Jahre später. Denn: Die Farben sind lichtempfindlich. Durch Sonnenstrahlen kann sich die Farbe zersetzen oder an ihrer Intensität verlieren. Yael Adler vergleicht diesen Effekt mit dem Verblassen von Fotos oder Gemälden, die zu viel Tageslicht ausgesetzt sind: Nach einer längeren Zeit bleichen sie aus – mit Tattoos sei es ähnlich. Daher rät die Dermatologin, Tattoos mit einem Sonnenschutzfaktor 50 plus einzucremen.

Keine Studien zu Folgen von Tattoo-Farbe

Was genau mögliche Folgen von Tattoo-Farbe für unseren Körper sind, ist noch nicht bekannt: Hierzu fehlen wissenschaftliche Studien. Anders als bei Medikamenten, die überprüft und verstoffwechselt werden, ist über die Tattoo-Farbe nur bekannt, dass sie sich in unserem Körper verteilt – zum Beispiel in den Lymphknoten.

"Man weiß auch nicht, was eigentlich mit der Tattoo-Farbe genau passiert: Ob sie mal schädlich wird, wenn sie in der Sonne belichtet wird. Deswegen ist ein hoher Sonnenschutz gut."
Yael Adler, Dermatologin

Von der gestochenen Stelle verteilt sich die Farbe durch den Körper: In die Lymphknoten kommt sie über die Lymphgefäße und sie kann sich auch in unseren Organen absetzen. Das bedeutet: Die Farbe findet keinen Weg nach draußen, sie wird nicht ausgeschieden.