Der Nebel in der Namibwüste stammt nicht nur aus dem Atlantik, sondern auch vom Grundwasser. Diese Erkenntnis hilft Forschern, genauere Aussagen über das dortige Ökosystem zu machen.  

Die Namibwüste in Namibia liegt direkt am atlantischen Ozean. Bisher hatten Wissenschaftler angenommen, dass der Nebel und der Tau, der sich manchmal in der Wüste bildet, nur von diesem Meerwasser stammt. Jetzt stellten Forscher aus den USA und Namibia fest, dass nur 40 Prozent der Feuchtigkeit in der Wüste vom Meer kommen. Die anderen 60 Prozent stammen direkt aus der Wüste selbst.

Zum einen aus dem Grundwasser: Das wird durch die paar Pflanzen, die es dort gibt, aus dem Boden gezogen und kommt so an die Oberfläche. Wenn das Wasser dann verdunstet und es kühl ist, kondensiert es und es entsteht Nebel. Zum anderen stammt ein Teil Wassers aus einem Fluss in der Wüste.

Herkunftsbestimmung des Wassers

Die Wissenschaftler haben Proben genommen, insgesamt an 65 Standorten. Die meisten vom Nebelwasser, vom Regen, von einem Fluss und auch welche direkt aus dem Grundwasser. 

Sie haben überprüft, wie die Flüssigkeiten zusammengesetzt sind und welche Sauerstoff-Isotope darin vorkommen. Je nachdem, welche Sauerstoff-Isotope wie oft vorkommen, konnten sie bestimmen: Dieses Wasser kommt aus dem Meer oder vom Fluss oder aus dem Grundwasser. 

Dabei haben sie festgestellt: Nebel und Tau kommen oft vom Grundwasser und nicht unbedingt vom Meer. Dieser Nebel und Tau sind wichtig für die Pflanzen und Tiere, die dort leben, denn das sind oft die einzigen Wasserquellen für sie.

Forscher warnen: Feuchtigkeit in der Wüste nimmt ab

Der Nebel, der aus der Wüste selbst kommt, also vom Grundwasser, der ist nicht so stabil wie der, der vom Meer kommt. Der Nebel, der von der Küste kommt, also vom Meer, verteilt sich über große Flächen und tritt regelmäßiger auf. 

Beim Wasser, das aus dem Boden kommt, spielen Bodentemperatur und Grundwasserspiegel eine große Rolle. Die Forscher sagen, dass es in den letzten Jahren wärmer und trockener geworden ist in der Namibwüste, und dass dadurch weniger Tau und Nebel enstehen würde. Was man gegen die zunehmende Trockenheit tun kann, wissen die Forscher allerdings noch nicht.

Erkenntnisse erlauben genauere Aussagen über das Ökosystem

Für die Forscher ist es im ersten Schritt wichtig, bestimmen zu können, woher das Wasser in der Wüste kommt. In zukünftigen Studien soll nun untersucht werden, wie sich die Quellen des Nebel- und Tauwassers zusmmensetzen. 

Dadurch hoffen die Wissenschaftler exaktere Aussagen darüber machen zu können, wie sich das Ökosystem in Wüsten überall auf der Welt verändern wird und wie sich der Klimawandel auf die Wüsten auswirkt.

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