In unseren Städten gibt es zu viele Tauben. Sagt auch der Tierschutzbund. Deshalb sollen wir sie aber nicht gleich töten oder quälen. Mit einer Kampagne machen die Tierschützer jetzt auf die Rechte dieser Tiere aufmerksam, die als "Ratten der Lüfte" verunglimpft werden.

Zwar gibt es keine belastbaren Zahlen dazu, wie viele Angriffe es auf Tauben im Jahr gibt – aber Berichte darüber, wie Tauben getötet oder gequält wurden, haben wir wohl schon alle mal gelesen.

Anfang des Monats hat die Polizei in Berlin Mitte beispielsweise mehrere Fälle veröffentlicht, wo Tauben an einem Platz vergiftet wurden. In anderen Fällen liest man, dass sie mit Flaschen erschlagen wurden – oder angezündet.

Groundposter für mehr Respekt

Der Tierschutzbund hat jetzt eine Kampagne gegen Taubenhass mit sogenannten Groundpostern gestartet, also Bilder auf dem Boden, auf denen eine Taube zu sehen ist. Darauf steht: "Tritt uns nicht mit Füßen. #RespektTaube".

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Diese Groundposter sind aktuell unter anderem in Berlin am Alexanderplatz, in München am Marienplatz, oder auch in Leipzig, Hamburg und Düsseldorf jeweils am Hauptbahnhof zu sehen.

Tauben haben Imageproblem

Für Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund sind diese öffentlichen Orte die besten Plätze, um möglichst viele Menschen zu erreichen und darauf aufmerksam zu machen, wie respektlos Tauben mitunter behandelt werden.

"Man sieht immer wieder, dass Tauben verjagt werden, dass nach ihnen getreten wird. Obwohl es Tiere sind, wie jedes andere auch."
Lea Schmitz, Deutscher Tierschutzbund

Tauben haben natürlich das Problem, dass sie kein gutes Image haben. Unter anderem haben sie ja auch den Titel "Ratten der Lüfte". Viele Menschen glauben, dass Tauben Krankheiten übertragen und tatsächlich warnt zum Beispiel das Schädlingsbekämpfungsunternehmen Rentokil davor, dass Stadttauben "als Überträger diverser meldepflichtiger Krankheiten im Sinne des Infektionsschutzgesetzes gelten".*

Tauben sind nicht gefährlicher als andere Wildvögel

Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund relativiert diese Aussage und sagt, dass Tauben und Taubenkot nicht gefährlicher ist, als der Kot von anderen Tieren oder Wildvögeln.

"Man sollte immer vorsichtig sein mit Kot von Wildvögeln und man sollte da auch nicht reinlangen. Aber da Panik zu machen ist völlig übertrieben."
Lea Schmitz, Deutscher Tierschutzbund

Laut Umweltbundesamt gelten Tauben nicht per se als Gesundheitsschädlinge, die generell zu bekämpfen sind, sie sollten aber aus kritischen Bereichen wie Lebensmittelbetrieben ferngehalten werden.

Ein weiteres Problem, das durch Tauben entsteht, ist ihr Kot. Eine Taube hinterlässt im Jahr zehn Kilogramm Kot. Und dieser Kot verursacht massive Schäden an historischen Gebäuden. Die Kosten für die Reinigung oder Sanierung tragen in der Regel wir alle.

Tauben nicht füttern

Zur Verteidigung der Tauben muss man aber auch sagen, dass sie ja nicht so zahlreich in unseren Städten sind, weil sie unsere Gebäude oder Autos so gerne vollkacken. Tauben finden in unseren Städten viel zu fressen – weil wir es liegen lassen.

Der Tierschutzbund rät zuallererst, Tauben nicht zu füttern. Nochmal NICHT FÜTTERN! Dann ist es kein Wunder, dass sie sich vermehren. Außerdem fressen Tauben in der Stadt meist das Falsche. Eigentlich sind es Körnerfresser – Pommesreste oder Brotkrümel bekommen ihnen eigentlich nicht.

Besser sei es laut Tierschutzbund, wenn die Tauben in Taubenhäusern etwas zu fressen bekommen. Dort könnte man auch dafür sorgen, dass sich der Bestand nachhaltig und tierschutzgerecht reduziert. Beispielsweise, indem gelegte Eier gegen Gipseier ausgetauscht werden.

*Das Zitat ist wörtlich aus einem PDF-Dokument der Firma Rentokil, das im Internet zu finden ist. Das Unternehmen hat sich inzwischen bei uns gemeldet und verweist darauf, dass sie sich inzwischen von dieser Formulierung distanzieren und diese auf ihrer Homepage nicht mehr zu finden sei.