Der 16. März 1968 ist einer der schwärzesten Tage in der Geschichte des Vietnamkriegs. An jenem Tag bekommen die Soldaten des US-amerikanischen Spezialkommandos Task Force Barker den Befehl, in dem kleinen süd-vietnamesischen Dorf My Lai nach Unterstützern und Kämpfern des Vietcong zu suchen. Das endet in einem Blutbad.

Die Ausführung dieses Befehls wird ein Blutrausch: Die Soldaten vergewaltigen Frauen und Mädchen, bringen wahllos alte und kranke Menschen und wehrlose Kinder um. Am Ende sterben 504 Zivilisten, von den Tieren im Dorf überlebt kein einziges.

Grenzenloser Blutrausch

Erst die Piloten eines US-Hubschraubers können die metzelnden US-Soldaten stoppen. Die Bordschützen des Hubschraubers haben sogar die Anweisung, auf die eigenen Leute das Feuer eröffnen zu dürfen, wenn diese weiter morden.

Journalisten decken Massaker von My Lai auf

Vom Massaker von My Lai sollte sollte die amerikanische Öffentlichkeit eigentlich nie erfahren. Erst die investigative Recherche des Journalisten Seymour Hersh und die heimlichen Fotos des Armeereporters Ron Haeberle tragen dazu bei, dass die Taten des US-Militärs ans Licht kommen. Im Zuge der Berichterstattung über das Massaker von My Lai lehnen schließlich noch mehr US-Amerikaner den Vietnamkrieg ab. 

Was ihr noch in Eine Stunde History hört:

  • Der Historiker und USA-Experte Bernd Greiner erklärt, wie die amerikanische Öffentlichkeit den Vietnamkrieg und das Massaker von My Lai wahrgenommen hat.
  • DLF-Korrespondent Thilo Kössler berichtet über den Umgang mit dem Vietnamkrieg und dem Verbrechen von My Lai in der heutigen amerikanischen Gesellschaft. 
  • ARD-Südostasienkorrespondent Holger Senzel schildert die Darstellung des Krieges in Vietnam
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über den Beginn des Vietnamkrieges Mitte der 50er Jahre.

Mehr über den Vietnamkrieg bei Deutschlandfunk Nova:

  • Vietnamkrieg: Tod durch Agent Orange | Eine Stunde History über den Einsatz des Entlaubungsmittels Agent Orange im Vietnamkrieg
  • Adoption: Geboren in Vietnam | Eric Thiel wurde als Waisenkind aus dem Vietnamkrieg gerettet und später in Deutschland adoptiert. Er erzählt unserem Autor Nail Saidi von der Suche nach seinen Wurzeln.
  • Toung Pha: "Ich habe diesen Hass nicht" | Toung Pha, genannt Tony, kam zum Studium nach Deutschland. In seinem Heimatland Vietnam hatte er zum Krieg keine Verbindung. In Deutschland wird er damit wieder konfrontiert.