Wenn Tauben in einer Einkaufspassage die Gäste verschrecken und alles zukacken, dann ist es Zeit, entsprechende Mittel zu ergreifen: Fütterungsverbote, Falkenschreie aus dem Lautsprecher oder Gel auf bevorzugten Nistplätzen haben in der Einkaufspassage unterm Münchner Stachus nichts genutzt. Jetzt kommt Wüstenbussard Hillary zum Einsatz.

Seit einigen Tagen tritt Hillary morgens um sechs ihren Dienst in der Einkaufspassage unter dem zentralen Münchner Karlsplatz an. Hillary ist ein weiblicher Wüstenbussard und zusammen mit ihrem Falkner Günter Rau dort unterwegs, um Tauben zu vertreiben. 

"Hillary steht frei auf meiner Faust, und sobald sie eine Taube ausmacht, startet sie und treibt sie auf einen Ausgang zu."
Günther Rau, Falkner

Ein Greifvogel in der Natur würde die Taube jagen und reißen, aber auch nur, wenn er Hunger hat. Hillary ist bereits gefüttert, wenn sie ihren Dienst in der Einkaufspassage antritt. 

"Wir halten Hillarys Hungergefühl so gering wie möglich, so dass sie den Drang zum Jagen noch hat, ohne die Konsequenz zu töten."
Günther Rau, Falkner

Licht und enge Räume scheinen den achtjährigen Vogel nicht zu stressen, sagt Falkner Günther Rau, der sie in vielen unterschiedlichen Situationen trainiert hat. Hillary fliegt nicht über den Köpfen der Passanten, sondern eher zwischen ihren Beinen durch. 

Ein charakterstarker Vogel

Hillary wird in den nächsten zwei Monaten intensiv im Einsatz in der Stachus-Passage sein, damit die Tauben den Eindruck bekommen, ihr natürlicher Feind habe sich dort niedergelassen. Wenn das gut läuft, dann kommen die Tauben erstmal nicht wieder. 

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