Einmal quer durch die Stadt mit Chauffeur und günstiger als mit einem Taxi. Das versprechen die beiden Start-ups "Clever Shuttle" und "Allygator Shuttle". Beide Unternehmen haben die Idee vom Sammeltaxi neu erfunden und unser Reporter Robert Ackermann ist bei "Clever Shuttle" mitgefahren.

Das Prinzip "Taxi Sharing" funktioniert auf Basis von Apps, mit künstlicher Intelligenz und zum Teil auch mit Elektroautos. Beide Fahrdienste bündeln dabei ähnliche Routen und sammeln die Fahrgäste dort ein, wo sie sich gerade befinden. Anders als bei Uber sind bei "Clever Shuttle" alle Fahrer fest angestellt und erhalten Stundenlöhne zwischen 10 und 15 Euro. Wie Taxifahrer auch, sind die Fahrer hier im Besitz einer Lizenz zur Personenbeförderung. Günstiger als herkömmliche Taxis können beide Anbieter sein, weil sie die Fahrten mehrerer Kunden sammeln.Und genau darauf hat die Taxibranche auch schon reagiert. Auch ihre Apps wie Taxi.eu und MyTaxi sollen künftig die Möglichkeit bieten, geteilte Fahrten zu buchen. Bis es so weit ist, testet Reporter Robert einen der neuen Services in Berlin.

Robert fährt mit Richtung Schlesiches Tor

Unser Reporter trifft bei seiner Fahrt durch Berlin Franka, 24 und Christoph, 27. Die beiden fahren bei Fahrer Titus mit. Es ist Donnerstagabend und sie wollen zu einem Konzert in der Nähe des Schlesischen Tors. Clever Shuttle haben sie gebucht, weil Christoph erstens sehr faul ist und zweitens keine Lust auf die U-Bahn hat. Und dann ist die Kälte ein weiteres Argument für die beiden per Shuttle zum Konzert zu kommen. Wie alle Nutzer haben sich Franka und Christoph auch die passende App auf ihr Smartphone geladen. Per App haben die beiden ihr Ziel genannt und ein Algorithmus stellt fest, ob ein weiterer Gast eine ähnliche Strecke fahren möchte. Wenn dem so ist, holt der Fahrer auch den gleich ab und fährt ihn ebenfalls ans Ziel. Franka, Christoph und Reporter Robert sitzen nun zusammen im Auto von Titus.

Reporter Robert zusammen mit dem Fahrer Titus unterwegs in Berlin
© DRadio Wissen Robert Ackermann

Die zufälligen Fahrgastkonstellationen in seinem Auto findet Titus gut und hält ein auch ein Dating-Mobil für möglich.

"Meistens wird gequatscht. Ich habe noch nie eine Fahrt gehabt, wo mein Auto zwei Leute drin saßen, und kein Wort miteinander gewechselt haben. Manchmal sage ich, ich könnte hier locker ein Dating-Mobil eröffnen. Weil hier echt Sachen gequatscht werden, wo man denken könnte, wir sind alte Kumpels."
Fahrer Titus über die Mischung der Fahrgäste in seinem Auto

Nur eingeschränkt umweltfreundlich

Obwohl die Autos von "Clever Shuttle" mit Elektroantrieb fahren, sind sie bei näherer Betrachtung nur eingeschränkt umweltfreundlich. Denn laut Gesetz müssen die Autos ohne neue Kunden immer wieder zurück in die Zentrale. Und das kostet Energie und steigert die Verkehrsbelastung. Trotzdem hat das Unternehmen bei Investoren bereits mehrere Millionen Euro eingesammelt und plant den Ausbau in sieben weiteren deutschen Städten.

Aber kann "Taxi Sharing" wirklich funktionieren?

Aktuell wird bei "Clever Shuttle" nur jede dritte Fahrt geteilt. Eine Buchung ist für Kunden erst ab dem Nachmittag möglich und das nur in Innenstädten. In Berlin beispielsweise sind derzeit zehn Autos im Einsatz. Der Preis liegt etwa bei der Hälfte einer klassischen Taxifahrt und ist vor der Fahrt fix. Durch die Umwege, die entstehen, um alle Passagiere einzusammeln, fährt das Taxi nicht immer die schnellste Strecke.

"Allygator Shuttle" befindet sich derzeit in einer Testphase in Berlin: Der Dienst fährt nur freitagabends - dafür aber zu einem Preis von nur fünf Cent pro Kilometer. Das soll zeigen, dass die App funktioniert und sie für potenzielle Käufer attraktiv machen, zum Beispiel städtische Bus- und Bahngesellschaften.